Epiglottitis
Die Epiglottitis ist eine akute, meist bakterielle Entzündung des Kehldeckels, der Struktur, die beim Schlucken die Luftröhre verschließt. Durch die rasche Schwellung des Kehldeckels kann sich die Atemwegsöffnung innerhalb weniger Stunden gefährlich verengen, weshalb die Erkrankung als echter medizinischer Notfall gilt. Dank der Einführung der Hib-Impfung ist sie bei Kindern heute deutlich seltener geworden, tritt aber weiterhin bei Erwachsenen auf.
Veröffentlicht: 6. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Früher war Haemophilus influenzae Typ b der häufigste Erreger bei Kindern, seit der breiten Einführung der entsprechenden Impfung ist diese Form deutlich zurückgegangen. Heute sind bei Kindern und Erwachsenen häufiger andere Bakterien wie Streptokokken verantwortlich. Seltener entsteht eine Epiglottitis durch eine Verletzung, etwa durch Verschlucken heißer Flüssigkeiten oder Verätzungen, oder bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
Kennzeichnend ist ein rascher Beginn mit hohem Fieber, starken Halsschmerzen, die in keinem Verhältnis zum meist unauffälligen Rachenbefund stehen, sowie ausgeprägten Schluckbeschwerden mit vermehrtem Speichelfluss, da das Schlucken schmerzhaft ist. Charakteristisch ist zudem eine gedämpfte, kloßige Sprache. Bei zunehmender Atemwegsverengung treten ein ziehendes Atemgeräusch (Stridor), zunehmende Atemnot und eine typische, nach vorne gebeugte Sitzhaltung mit überstrecktem Hals auf, die den Atemweg möglichst offen hält.
Diagnostik
Bei Verdacht auf eine Epiglottitis wird auf eine Racheninspektion mit Spatel oder eine aufregende Untersuchung verzichtet, da sie einen vollständigen Atemwegsverschluss auslösen kann. Die Diagnose wird stattdessen möglichst schonend, oft direkt im Operationssaal oder auf der Intensivstation mit sofortiger Bereitschaft zur Atemwegssicherung, durch eine vorsichtige Kehlkopfspiegelung gestellt. Eine seitliche Röntgenaufnahme des Halses kann den geschwollenen Kehldeckel zusätzlich zeigen, sollte aber niemals eine notwendige, dringliche Behandlung verzögern.
Behandlung
Oberste Priorität hat die Sicherung der Atemwege, bei drohendem Verschluss durch eine kontrollierte Intubation oder, falls nicht möglich, einen chirurgischen Atemweg, was in einer für solche Notfälle ausgerüsteten Umgebung erfolgen sollte. Parallel wird umgehend eine hochdosierte intravenöse Antibiotikatherapie begonnen. Kortisonpräparate können zusätzlich eingesetzt werden, um die Schwellung des Kehldeckels rascher zu reduzieren. Die Behandlung erfolgt grundsätzlich stationär unter intensiver Überwachung.
Verlauf und Prognose
Mit rechtzeitiger Sicherung der Atemwege und antibiotischer Behandlung ist die Prognose gut, die meisten Betroffenen erholen sich innerhalb weniger Tage vollständig. Unerkannt oder unbehandelt kann die Erkrankung jedoch innerhalb weniger Stunden durch einen vollständigen Atemwegsverschluss tödlich enden, weshalb bei entsprechendem Verdacht immer ein Notruf abgesetzt und keine Zeit mit häuslichen Beobachtungsversuchen verloren werden sollte.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum wird bei Verdacht auf den Rachen-Check mit Spatel verzichtet?
Weil die Reizung des ohnehin geschwollenen Kehlkopfbereichs einen plötzlichen, vollständigen Verschluss der Atemwege auslösen kann.
Hat die Impfung die Erkrankung verschwinden lassen?
Bei Kindern ist die durch Haemophilus influenzae Typ b verursachte Form durch die Impfung deutlich seltener geworden, die Erkrankung selbst kommt aber weiterhin, auch bei Erwachsenen, durch andere Erreger vor.
Woran erkennt man einen echten Notfall?
Hohes Fieber mit starken Halsschmerzen, kloßiger Sprache, vermehrtem Speichelfluss und zunehmender Atemnot sind Warnzeichen, bei denen sofort der Rettungsdienst gerufen werden sollte.
Warum sitzen Betroffene oft in einer bestimmten Haltung?
Die nach vorne gebeugte Haltung mit überstrecktem Hals hilft, den durch die Schwellung verengten Atemweg möglichst offen zu halten.
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