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Innere Medizin

Ekzema herpeticatum Kaposi

Das Ekzema herpeticatum Kaposi ist eine schwere, großflächige Infektion der Haut mit Herpes-simplex-Viren, die sich bevorzugt auf dem Boden einer bereits vorgeschädigten Hautbarriere entwickelt, insbesondere bei Menschen mit Neurodermitis. Während eine Herpesinfektion bei gesunder Haut meist auf einen kleinen, umschriebenen Bereich begrenzt bleibt, kann sich das Virus bei vorgeschädigter, entzündeter Haut ungehindert großflächig ausbreiten und zu einem schweren, mit hohem Fieber einhergehenden Krankheitsbild führen. Die Erkrankung wurde erstmals von dem Dermatologen Moritz Kaposi beschrieben und stellt eine ernstzunehmende Komplikation dar, die insbesondere bei Kindern mit ausgeprägter Neurodermitis auftreten kann. Aufgrund der Möglichkeit einer raschen Ausbreitung sowie einer Beteiligung innerer Organe bei schwerem Verlauf wird das Ekzema herpeticatum als potenziell ernste Erkrankung eingestuft, die eine zügige ärztliche Behandlung erfordert.

Ursachen

Das Ekzema herpeticatum entsteht durch eine Infektion der Haut mit Herpes-simplex-Viren, meist vom Typ 1, bei Menschen mit einer bereits bestehenden, geschädigten Hautbarriere, wobei die Neurodermitis die mit Abstand häufigste zugrunde liegende Hauterkrankung darstellt. Bei der Neurodermitis ist die Schutzfunktion der Haut durch die chronische Entzündung sowie eine gestörte Hautbarriere erheblich beeinträchtigt, wodurch sich das Herpesvirus, anders als bei gesunder Haut, ungehindert über größere Hautareale ausbreiten kann. Die Ansteckung erfolgt meist durch direkten Hautkontakt mit einer Person, die eine aktive Herpesinfektion, etwa in Form eines Lippenherpes, aufweist. Ein zusätzlich geschwächtes Immunsystem sowie ein besonders junges Lebensalter erhöhen das Risiko für einen schweren, ausgedehnten Verlauf der Erkrankung.

Symptome

Das Ekzema herpeticatum äußert sich durch das plötzliche Auftreten zahlreicher, gruppiert stehender, charakteristisch gedellter Bläschen auf den bereits durch die Neurodermitis vorgeschädigten Hautarealen, die sich innerhalb weniger Tage über größere Körperbereiche ausbreiten können. Begleitend besteht meist hohes Fieber sowie ein ausgeprägtes allgemeines Krankheitsgefühl mit deutlicher Beeinträchtigung des Allgemeinzustands, insbesondere bei Kindern. Die betroffenen Hautareale sind häufig schmerzhaft und können nach dem Aufplatzen der Bläschen nässende, verkrustete Wunden hinterlassen. Bei schwerem Verlauf können zusätzlich vergrößerte, schmerzhafte Lymphknoten sowie, in seltenen, ausgeprägten Fällen, eine Beteiligung innerer Organe wie der Augen oder des Nervensystems auftreten, was auf eine besonders ernste Verlaufsform hinweist.

Diagnostik

Die Diagnose des Ekzema herpeticatum wird meist bereits durch das charakteristische klinische Erscheinungsbild mit den typischen, gedellten Bläschen auf vorgeschädigter Haut sowie durch die begleitenden Allgemeinsymptome nahegelegt. Zur Bestätigung der Diagnose sowie zur Bestimmung des genauen Virustyps wird ein Abstrich aus dem Bläscheninhalt entnommen und mittels molekularbiologischer Verfahren untersucht. Bei ausgeprägtem Verlauf oder Hinweisen auf eine Beteiligung der Augen wird eine augenärztliche Mitbeurteilung empfohlen, um eine mögliche Hornhautbeteiligung frühzeitig zu erkennen. Laborchemisch zeigen sich häufig erhöhte Entzündungswerte, die das Ausmaß der systemischen Beteiligung widerspiegeln können.

Behandlung

Die Behandlung des Ekzema herpeticatum erfolgt mit einer systemischen, meist intravenös verabreichten antiviralen Behandlung, die möglichst rasch nach Diagnosestellung eingeleitet wird, um die Vermehrung des Virus einzudämmen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Bei schwerem Verlauf, insbesondere bei jungen Kindern mit ausgeprägtem Befall oder Hinweisen auf eine Organbeteiligung, ist eine stationäre Behandlung notwendig. Begleitend werden die betroffenen Hautareale mit antiseptischen Umschlägen behandelt, um eine zusätzliche bakterielle Besiedlung der geschädigten Haut zu verhindern. Die zugrunde liegende Neurodermitis wird während der akuten Phase des Ekzema herpeticatum vorsichtig weiterbehandelt, wobei stark entzündungshemmende Cremes in Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt angepasst werden können.

Verlauf und Prognose

Bei rechtzeitiger Einleitung der antiviralen Behandlung ist die Prognose des Ekzema herpeticatum in den meisten Fällen gut, wobei die Hautveränderungen innerhalb von ein bis zwei Wochen abheilen. Eine verzögerte Behandlung erhöht das Risiko für eine ausgedehntere Hautbeteiligung sowie für seltene, aber ernste Komplikationen wie eine Beteiligung der Augen oder des Nervensystems, weshalb bei Verdacht auf ein Ekzema herpeticatum eine rasche ärztliche Vorstellung wichtig ist. Nach Abheilung der Hautveränderungen können vorübergehende Pigmentveränderungen der Haut zurückbleiben, die sich jedoch meist im Laufe der Zeit zurückbilden. Da Menschen mit Neurodermitis grundsätzlich anfällig für ein erneutes Auftreten sind, wird ihnen empfohlen, engen Hautkontakt mit Personen mit aktiver Herpesinfektion zu meiden.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum sind Menschen mit Neurodermitis besonders gefährdet?

Weil ihre Hautbarriere durch die chronische Entzündung geschädigt ist, wodurch sich das Herpesvirus, anders als bei gesunder Haut, ungehindert großflächig ausbreiten kann.

Wie unterscheidet sich das Ekzema herpeticatum von einem gewöhnlichen Lippenherpes?

Während ein gewöhnlicher Herpes meist auf einen kleinen Bereich begrenzt bleibt, breitet sich das Ekzema herpeticatum bei vorgeschädigter Haut großflächig aus und geht mit hohem Fieber einher.

Ist eine stationäre Behandlung immer notwendig?

Bei schwerem Verlauf, insbesondere bei jungen Kindern mit ausgeprägtem Befall oder Organbeteiligung, ist eine stationäre Behandlung erforderlich.

Wie kann einem erneuten Auftreten vorgebeugt werden?

Menschen mit Neurodermitis sollten engen Hautkontakt mit Personen mit einer aktiven Herpesinfektion, etwa einem Lippenherpes, meiden.

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