Dysostosis craniofacialis
Die Dysostosis craniofacialis ist ein angeborenes Fehlbildungssyndrom, bei dem mehrere Schädelnähte bereits vor der Geburt vorzeitig verknöchern und dadurch das Wachstum von Schädel und Gesicht beeinflussen. Sie führt zu einer charakteristischen Schädel- und Gesichtsform sowie häufig zu einer Beteiligung der Augen.
Ursachen
Die Fehlbildung entsteht durch eine genetische Veränderung, die den vorzeitigen Verschluss mehrerer Schädelnähte bewirkt. In einem Teil der Fälle wird die Veränderung von einem Elternteil vererbt, häufig tritt sie jedoch neu auf, ohne dass die Eltern betroffen sind.
Symptome
Typisch sind ein auffällig geformter Schädel, hervortretende Augen mit flachem Mittelgesicht sowie ein zurückliegender Oberkiefer. Durch die vorzeitig verschlossenen Schädelnähte kann zusätzlich ein erhöhter Druck im Schädelinneren entstehen, der die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen kann.
Diagnostik
Die Diagnose wird durch die charakteristische körperliche Untersuchung sowie eine Bildgebung des Schädels gestellt, mit der die vorzeitig verschlossenen Schädelnähte sichtbar gemacht werden können. Eine genetische Untersuchung kann die Diagnose bestätigen und ist auch für die Beratung zu weiteren Schwangerschaften wichtig.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt durch ein spezialisiertes, interdisziplinäres Team und umfasst meist mehrzeitige operative Eingriffe zur Erweiterung des Schädels und zur Entlastung des Gehirns sowie zur Korrektur der Gesichtsform. Begleitend werden Augen und Atemwege engmaschig überwacht.
Verlauf und Prognose
Mit einer frühzeitigen, sorgfältig geplanten operativen Behandlung lässt sich der Druck im Schädelinneren wirksam senken und eine gute Entwicklung des Gehirns ermöglichen. Die langfristige Prognose hängt wesentlich vom Ausmaß der Fehlbildung und der Rechtzeitigkeit der Behandlung ab.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Dysostosis craniofacialis: Ursachen, Bedeutung, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was geschieht bei der Dysostosis craniofacialis mit den Schädelnähten?
Mehrere Schädelnähte verknöchern bereits vor der Geburt vorzeitig.
Welche Gesichtsmerkmale sind typisch?
Hervortretende Augen mit flachem Mittelgesicht und ein zurückliegender Oberkiefer.
Welche Gefahr besteht durch die verschlossenen Schädelnähte?
Ein erhöhter Druck im Schädelinneren, der die Gehirnentwicklung beeinträchtigen kann.
Wie wird die Fehlbildung behandelt?
Durch mehrzeitige operative Eingriffe eines spezialisierten Teams zur Schädelerweiterung und Gesichtskorrektur.
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