Chronische myeloische Leukämie
Die chronische myeloische Leukämie (CML) ist gekennzeichnet durch eine übermäßige, aber zunächst noch geordnete Produktion myeloischer Zellen im Knochenmark. Ursache ist eine spezifische erworbene Genveränderung, das sogenannte Philadelphia-Chromosom. Die Entdeckung dieser Veränderung hat zur Entwicklung gezielter Medikamente geführt, die die CML von einer früher meist tödlichen Erkrankung zu einer heute gut behandelbaren, chronischen Krankheit gemacht haben.
Ursachen
Ursache ist eine Translokation zwischen den Chromosomen 9 und 22, bei der ein neues Fusionsgen (BCR-ABL) entsteht. Dieses Gen produziert ein Enzym, das die Zellteilung der myeloischen Vorläuferzellen dauerhaft antreibt. Die Veränderung entsteht zufällig im Laufe des Lebens und ist nicht erblich. Als einziger gesicherter äußerer Risikofaktor gilt eine hohe Strahlenexposition.
Symptome
Im chronischen Anfangsstadium, das oft über Jahre anhält, verläuft die Erkrankung häufig beschwerdearm und wird bei vielen Betroffenen als Zufallsbefund im Blutbild entdeckt. Mögliche Beschwerden sind Müdigkeit, ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiß, ein Völlegefühl durch eine vergrößerte Milz und gelegentlich Schmerzen im linken Oberbauch. Unbehandelt geht die Erkrankung nach einigen Jahren in eine akzelerierte Phase und schließlich in eine akute, aggressiv verlaufende Blastenkrise über.
Diagnostik
Das Blutbild zeigt typischerweise eine stark erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen aller Reifestufen. Der Nachweis des Philadelphia-Chromosoms beziehungsweise des BCR-ABL-Fusionsgens im Blut oder Knochenmark sichert die Diagnose eindeutig. Die Menge des Fusionsgens wird auch im Behandlungsverlauf regelmäßig gemessen, um das Ansprechen auf die Therapie zu überwachen.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt mit sogenannten Tyrosinkinase-Inhibitoren, Medikamenten, die gezielt das durch das Fusionsgen produzierte Enzym blockieren. Diese Tabletten werden meist dauerhaft eingenommen und ermöglichen bei den meisten Betroffenen eine langfristige Kontrolle der Erkrankung mit nahezu normaler Lebenserwartung. Nur bei unzureichendem Ansprechen, bestimmten Resistenzmutationen oder Übergang in eine fortgeschrittenere Phase kommen intensivere Therapien oder eine Stammzelltransplantation infrage.
Verlauf und Prognose
Mit konsequenter Einnahme der zielgerichteten Medikamente erreichen die meisten Betroffenen eine tiefe, dauerhafte Kontrolle der Erkrankung, bei einem Teil sogar eine so weitgehende Rückbildung, dass unter engmaschiger Überwachung ein vorsichtiges Absetzen der Medikamente versucht werden kann. Regelmäßige molekulargenetische Kontrollen sind während der gesamten Behandlung notwendig, um ein Fortschreiten oder eine Resistenzentwicklung frühzeitig zu erkennen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Chronische myeloische Leukämie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist das Philadelphia-Chromosom?
Eine erworbene, nicht vererbte Chromosomenveränderung, bei der ein Teil von Chromosom 9 mit Chromosom 22 die Plätze tauscht und dadurch ein die Zellteilung antreibendes Fusionsgen entsteht.
Muss die Behandlung lebenslang fortgeführt werden?
In den meisten Fällen ja, bei sehr gutem und anhaltendem Ansprechen kann unter strenger ärztlicher Kontrolle in ausgewählten Fällen ein Absetzversuch unternommen werden.
Ist die CML heute noch lebensbedrohlich?
Mit konsequenter Behandlung durch zielgerichtete Medikamente erreichen die meisten Betroffenen heute eine nahezu normale Lebenserwartung.
Was passiert ohne Behandlung?
Unbehandelt geht die chronische Phase nach einigen Jahren in eine akzelerierte Phase und schließlich in eine akute Blastenkrise über, die deutlich schwerer zu behandeln ist.
Weiterlesen
Onychogrypose (Krallennagel)
Onychogrypose: eine starke Verdickung und Krümmung des Nagels, meist im Alter.
Weiterlesen →Haut & HautkrankheitenAlopecia areata (kreisrunder Haarausfall)
Alopecia areata: plötzlicher, kreisrunder Haarausfall durch eine fehlgeleitete Immunreaktion.
Weiterlesen →Haut & HautkrankheitenMiliaria (Hitzepickel)
Miliaria: kleine, juckende Bläschen durch verstopfte Schweißdrüsen bei Hitze.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.