Chondromalazie
Die Chondromalazie bezeichnet eine Erweichung sowie fortschreitende, strukturelle Schädigung des Gelenkknorpels, die sich am häufigsten an der Rückseite der Kniescheibe entwickelt und dort als Chondromalazie der Patella zu belastungsabhängigen Knieschmerzen führt, wobei der normalerweise feste, glatte Gelenkknorpel bei dieser Erkrankung zunächst aufweicht, bevor er im weiteren Verlauf einreißt sowie schließlich fortschreitend abgebaut wird. Diese Erkrankung wird häufig als eine frühe, überwiegend jüngere Menschen betreffende Vorstufe der später im Leben auftretenden Kniegelenksarthrose verstanden, wobei sich die Chondromalazie bei einem Teil der Betroffenen im Verlauf tatsächlich zu einer manifesten Arthrose weiterentwickeln kann, während sie bei anderen Betroffenen über viele Jahre stabil bleibt oder sich sogar zurückbildet. Die Chondromalazie der Kniescheibe betrifft überproportional häufig junge, sportlich aktive Menschen sowie Frauen.
Ursachen
Die Chondromalazie entsteht durch eine Kombination mehrerer, teils miteinander zusammenwirkender Faktoren, wobei eine fehlerhafte Führung der Kniescheibe innerhalb ihrer Gleitrinne am Oberschenkelknochen eine zentrale Rolle spielt, da diese zu einer ungleichmäßigen, punktuell erhöhten Druckbelastung des Gelenkknorpels hinter der Kniescheibe führt. Eine muskuläre Dysbalance der das Kniegelenk umgebenden Muskulatur, insbesondere eine relative Schwäche bestimmter innerer Anteile des vorderen Oberschenkelmuskels, begünstigt diese fehlerhafte Kniescheibenführung zusätzlich. Wiederholte, intensive sportliche Belastung des Kniegelenks, insbesondere bei Sportarten mit häufigen Sprüngen oder abrupten Richtungswechseln, sowie bestimmte angeborene anatomische Besonderheiten der Kniescheibenform tragen als weitere begünstigende Faktoren zur Entstehung der Erkrankung bei.
Symptome
Die Chondromalazie äußert sich durch einen dumpfen, meist belastungsabhängigen Schmerz im vorderen Bereich des Kniegelenks, der sich insbesondere beim Treppensteigen, bei längerem Sitzen mit gebeugtem Knie sowie beim Aufstehen aus der Hocke deutlich verstärkt. Viele Betroffene berichten zusätzlich über ein spürbares, teils hörbares Reiben oder Knirschen im Bereich der Kniescheibe bei Bewegung des Kniegelenks, das durch die aufgeraute, geschädigte Knorpeloberfläche verursacht wird. Ein gelegentliches Gefühl der Instabilität oder ein plötzliches Nachgeben des Kniegelenks kann bei einem Teil der Betroffenen zusätzlich auftreten, während eine deutliche, sichtbare Schwellung des Kniegelenks bei der reinen Chondromalazie eher untypisch ist.
Diagnostik
Die Diagnose der Chondromalazie wird durch eine körperliche Untersuchung mit charakteristischem Druckschmerz hinter der Kniescheibe sowie einem spürbaren Reibegefühl bei Bewegung des Kniegelenks nahegelegt, wobei eine sorgfältige Beurteilung der Kniescheibenführung sowie der umgebenden Muskulatur wichtige Hinweise auf mögliche begünstigende Faktoren liefert. Eine Magnetresonanztomografie ermöglicht eine detaillierte Darstellung der Knorpeloberfläche hinter der Kniescheibe sowie eine genaue Einschätzung des Ausmaßes der bereits eingetretenen Knorpelschädigung, die für die Behandlungsplanung von Bedeutung ist. Bei unklarem Befund kann eine gezielte Gelenkspiegelung zur direkten Beurteilung sowie gegebenenfalls gleichzeitigen Behandlung der geschädigten Knorpeloberfläche durchgeführt werden.
Behandlung
Die Behandlung der Chondromalazie erfolgt bei den meisten Betroffenen zunächst konservativ mit einem gezielten physiotherapeutischen Trainingsprogramm, das insbesondere auf eine Kräftigung der inneren Anteile des vorderen Oberschenkelmuskels sowie eine Verbesserung der Kniescheibenführung abzielt, um die ungleichmäßige Druckbelastung des betroffenen Knorpels zu reduzieren. Eine vorübergehende Anpassung sportlicher Aktivitäten, die den betroffenen Knorpel besonders stark belasten, sowie entzündungshemmende Medikamente zur Linderung akuter Beschwerden ergänzen die konservative Behandlung. Bei anhaltenden, konservativ nicht ausreichend beherrschbaren Beschwerden können weiterführende Behandlungsverfahren, einschließlich verschiedener gelenkerhaltender operativer Techniken zur Knorpelbehandlung sowie zur Korrektur einer zugrunde liegenden fehlerhaften Kniescheibenführung, erwogen werden.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf der Chondromalazie ist sehr unterschiedlich und reicht von einem über viele Jahre stabilen, sich sogar bessernden Verlauf bei konsequenter physiotherapeutischer Behandlung bis zu einem fortschreitenden Verlauf mit zunehmender Knorpelschädigung, der sich im weiteren Leben zu einer manifesten Kniegelenksarthrose weiterentwickeln kann. Eine konsequente, frühzeitig begonnene physiotherapeutische Behandlung mit gezielter muskulärer Kräftigung kann bei einem erheblichen Teil der Betroffenen zu einer deutlichen, langfristigen Besserung der Beschwerden beitragen sowie das Risiko eines weiteren Fortschreitens der Knorpelschädigung reduzieren. Eine regelmäßige Verlaufskontrolle wird bei bestehender Chondromalazie empfohlen, um ein mögliches Fortschreiten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen sowie die Behandlung entsprechend anzupassen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Chondromalazie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wo tritt die Chondromalazie am häufigsten auf?
An der Rückseite der Kniescheibe.
Welche muskuläre Ursache spielt eine zentrale Rolle?
Eine relative Schwäche bestimmter innerer Anteile des vorderen Oberschenkelmuskels, die die Kniescheibenführung beeinträchtigt.
Kann sich die Chondromalazie zu einer Arthrose weiterentwickeln?
Bei einem Teil der Betroffenen ja, sie wird häufig als frühe Vorstufe der Kniegelenksarthrose verstanden.
Was ist die wichtigste konservative Behandlungsmaßnahme?
Ein gezieltes physiotherapeutisches Trainingsprogramm zur Kräftigung der inneren Oberschenkelmuskulatur.
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