Aortenaneurysma
Ein Aortenaneurysma ist eine krankhafte Aussackung der Hauptschlagader (Aorta), meist im Bauchbereich, die durch eine geschwächte Gefäßwand entsteht. Solange es unentdeckt bleibt, verursacht es meist keine Beschwerden — reißt es jedoch, ist das ein akut lebensbedrohlicher Notfall.
Warum es lange unbemerkt bleibt
Ein Aortenaneurysma wächst meist langsam über Jahre und verursacht in dieser Zeit in der Regel keine spürbaren Beschwerden — häufig wird es zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung aus anderem Anlass entdeckt, seltener durch einen tastbaren, pulsierenden Tumor im Bauch bei sehr schlanken Personen.
Risikofaktoren
Rauchen ist der stärkste beeinflussbare Risikofaktor, daneben erhöhen Bluthochdruck, Arteriosklerose (siehe eigener Artikel), höheres Alter, männliches Geschlecht und familiäre Vorbelastung das Risiko deutlich.
Warnzeichen eines Risses — ein absoluter Notfall
Plötzlicher, sehr starker Bauch- oder Rückenschmerz, insbesondere zusammen mit Kreislaufzeichen wie Blässe, kaltem Schweiß, schnellem Puls oder Bewusstseinstrübung, deutet auf einen Riss oder eine drohende Ruptur hin — dann sofort Notruf 112, da ohne rasche Notoperation akute Lebensgefahr besteht.
Vorsorgeuntersuchung
Männer ab einem bestimmten Alter — in Deutschland besteht gesetzlicher Anspruch auf ein einmaliges Ultraschall-Screening der Bauchaorta ab 65 Jahren — profitieren besonders von einer Früherkennung, da ein bereits erkanntes, noch kleines Aneurysma regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf rechtzeitig behandelt werden kann, bevor es reißt.
Behandlung
Kleinere, noch nicht rissgefährdete Aneurysmen werden regelmäßig per Ultraschall überwacht; ab einer bestimmten Größe oder bei rascher Vergrößerung wird eine geplante Operation — offen-chirurgisch oder minimal-invasiv mit einer Gefäßprothese — empfohlen, um einem gefährlichen Riss vorzubeugen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin — Bauchaortenaneurysma: Screening, Überwachung, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Spürt man ein Aortenaneurysma, bevor es reißt?
In den meisten Fällen nicht — deshalb ist die Vorsorgeuntersuchung bei entsprechendem Risikoprofil so wichtig, statt auf Beschwerden zu warten.
Wer sollte sich auf ein Aortenaneurysma untersuchen lassen?
Besonders Männer ab 65 Jahren, insbesondere mit Raucheranamnese oder familiärer Vorbelastung — in Deutschland besteht dafür ein gesetzlicher Screening-Anspruch.
Muss jedes entdeckte Aneurysma sofort operiert werden?
Nein, kleinere Aneurysmen werden zunächst regelmäßig kontrolliert — eine Operation wird erst ab einer bestimmten Größe oder bei raschem Wachstum empfohlen, um das Operationsrisiko gegen das Rissrisiko abzuwägen.
Wie hoch ist das Risiko bei einem gerissenen Aortenaneurysma?
Ein Riss ist ein akut lebensbedrohlicher Notfall mit hoher Sterblichkeit außerhalb der Klinik — deshalb zählt bei Verdachtssymptomen jede Minute bis zum Notruf und zur Notoperation.
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