Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Psyche & Nervensystem

Andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit

Die andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit bezeichnet eine anhaltende, bedeutsame Veränderung der Persönlichkeit, die sich im Anschluss an eine schwere psychiatrische Erkrankung, insbesondere nach einer durchgemachten Psychose, entwickelt und über die eigentliche Grunderkrankung hinaus als eigenständiges Störungsbild fortbesteht. Betroffene zeigen nach der überstandenen psychischen Erkrankung ein verändertes Erleben und Verhalten, das sich deutlich von ihrer Persönlichkeit vor Beginn der Erkrankung unterscheidet, etwa in Form von übermäßiger Abhängigkeit von anderen Menschen, einem sozialen Rückzug, einer passiven Grundhaltung oder anhaltendem Misstrauen. Diese Persönlichkeitsänderung wird als eigenständige, von der ursprünglichen psychiatrischen Grunderkrankung abzugrenzende Folgeerscheinung verstanden, die auch nach vollständiger Rückbildung der ursprünglichen akuten Symptomatik bestehen bleiben kann.

Ursachen

Die andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit entwickelt sich als Folge einer schweren, meist lang andauernden oder wiederholten psychiatrischen Erkrankung, insbesondere im Anschluss an eine Psychose. Es wird angenommen, dass sowohl die belastende Erfahrung der akuten Erkrankung selbst, etwa das Erleben von Kontrollverlust, Angst oder sozialer Stigmatisierung, als auch mögliche neurobiologische Veränderungen im Rahmen der Grunderkrankung zur Entstehung der Persönlichkeitsänderung beitragen können. Auch längere stationäre Behandlungsaufenthalte sowie eine damit verbundene Reduktion sozialer und beruflicher Aktivität während der akuten Krankheitsphase können zur Entwicklung einer passiveren, abhängigeren Grundhaltung beitragen. Je schwerer und länger die zugrunde liegende psychiatrische Erkrankung verlief, desto ausgeprägter kann die resultierende Persönlichkeitsänderung sein.

Symptome

Betroffene zeigen nach überstandener psychiatrischer Erkrankung eine anhaltende Veränderung ihres Erlebens und Verhaltens, die sich deutlich von ihrer Persönlichkeit vor Beginn der Erkrankung unterscheidet. Häufige Merkmale sind eine übermäßige Abhängigkeit von anderen Menschen und ein vermindertes Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit, ein ausgeprägter sozialer Rückzug mit reduziertem Interesse an früheren Aktivitäten und Beziehungen, eine passive, wenig initiative Grundhaltung im Alltag sowie in manchen Fällen anhaltendes Misstrauen gegenüber anderen Menschen. Auch eine veränderte, oft eingeschränktere emotionale Ausdrucksfähigkeit sowie ein vermindertes Selbstwertgefühl können zum Erscheinungsbild gehören. Diese Veränderungen bestehen unabhängig vom aktuellen Vorliegen akuter Symptome der ursprünglichen Grunderkrankung fort.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine ausführliche psychiatrische Untersuchung, in der die Persönlichkeit und das Verhalten der betroffenen Person vor und nach der durchgemachten psychiatrischen Erkrankung sorgfältig verglichen werden, häufig unter Einbeziehung von Angaben nahestehender Personen, die die betroffene Person bereits vor Krankheitsbeginn kannten. Entscheidend für die Diagnose ist der Nachweis einer bedeutsamen, andauernden Veränderung der Persönlichkeit im Anschluss an eine schwere psychiatrische Erkrankung, die über die eigentliche Grunderkrankung hinaus fortbesteht und nicht ausschließlich durch aktuell noch bestehende Symptome der Grunderkrankung erklärt werden kann. Die sorgfältige Abgrenzung zu anhaltenden Residualsymptomen der ursprünglichen Erkrankung selbst ist wichtiger Bestandteil der diagnostischen Einordnung.

Behandlung

Die Behandlung der andauernden Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit stützt sich vor allem auf eine langfristig angelegte psychotherapeutische Begleitung, die auf den Wiederaufbau von Selbstvertrauen, Eigeninitiative und sozialer Teilhabe abzielt. Rehabilitative Ansätze, die schrittweise die Rückkehr zu früheren Aktivitäten, sozialen Kontakten und beruflichen Tätigkeiten fördern, sind wichtiger Bestandteil der Behandlung. Auch der Aufbau neuer, den veränderten Fähigkeiten und Bedürfnissen angepasster Lebensperspektiven kann sinnvoll sein, wenn eine vollständige Rückkehr zum früheren Funktionsniveau nicht erreichbar ist. Eine kontinuierliche psychiatrische Begleitung zur Behandlung möglicher weiterhin bestehender Symptome der ursprünglichen Grunderkrankung sollte parallel fortgeführt werden.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der andauernden Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit ist individuell unterschiedlich und hängt maßgeblich von der Schwere und Dauer der ursprünglichen Erkrankung sowie von der Qualität der rehabilitativen Unterstützung ab. Bei einem Teil der Betroffenen bildet sich die Persönlichkeitsänderung im Laufe der Zeit mit gezielter Unterstützung zumindest teilweise zurück, während sie bei anderen Betroffenen als dauerhaftes Merkmal bestehen bleibt. Eine frühzeitige, kontinuierliche rehabilitative Begleitung sowie ein unterstützendes, verständnisvolles soziales Umfeld verbessern die langfristige Prognose und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich, auch wenn eine vollständige Rückkehr zur ursprünglichen Persönlichkeit nicht immer erreichbar ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Bleibt diese Persönlichkeitsänderung auch nach Abklingen der akuten Erkrankung bestehen?

Ja, die Persönlichkeitsänderung wird als eigenständige Folgeerscheinung verstanden, die auch nach vollständiger Rückbildung der akuten Symptomatik der ursprünglichen Erkrankung bestehen bleiben kann.

Welche Erkrankungen gehen dieser Persönlichkeitsänderung häufig voraus?

Am häufigsten entwickelt sie sich im Anschluss an eine schwere, meist lang andauernde oder wiederholte Psychose.

Kann sich die Persönlichkeitsänderung wieder zurückbilden?

Bei einem Teil der Betroffenen bildet sich die Veränderung mit gezielter rehabilitativer Unterstützung zumindest teilweise zurück, bei anderen bleibt sie als dauerhaftes Merkmal bestehen.

Welche Rolle spielt die Rehabilitation?

Rehabilitative Ansätze, die schrittweise die Rückkehr zu früheren Aktivitäten und sozialer Teilhabe fördern, sind ein zentraler Bestandteil der Behandlung und verbessern die langfristige Prognose.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen