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Innere Medizin

Akute Vulvitis

Die akute Vulvitis bezeichnet eine akute Entzündung der Vulva, also des äußeren weiblichen Genitalbereichs einschließlich der großen und kleinen Schamlippen, die sich durch Rötung, Schwellung, Juckreiz und ein Brennen der betroffenen Haut- und Schleimhautareale äußert. Sie kann als eigenständige Erkrankung auftreten oder gemeinsam mit einer Entzündung der Scheide als sogenannte Vulvovaginitis vorkommen, da die Vulva und die Scheide anatomisch und funktionell eng miteinander verbunden sind. Die Ursachen einer akuten Vulvitis sind vielfältig und reichen von einfachen mechanischen oder chemischen Reizungen über allergische Reaktionen bis hin zu Infektionen mit Pilzen, Bakterien oder Viren. Da der äußere Genitalbereich besonders empfindlich ist, können bereits geringe Reizfaktoren zu deutlichen Beschwerden führen, weshalb die genaue Identifikation der zugrunde liegenden Ursache für eine gezielte Behandlung wichtig ist.

Ursachen

Die akute Vulvitis wird häufig durch mechanische Reizungen ausgelöst, etwa durch enge, wenig luftdurchlässige Kleidung, übermäßiges Reiben beim Radfahren oder eine zu intensive Intimhygiene mit aggressiven Reinigungsprodukten, die die natürliche Schutzbarriere der Haut beeinträchtigen. Kontaktallergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe von Waschlotionen, Slipeinlagen, Kondomen oder Waschmittelrückständen in der Unterwäsche stellen eine weitere häufige Ursache dar. Infektionen mit Hefepilzen, insbesondere im Rahmen einer begleitenden Scheidenpilzinfektion, sowie bakterielle Infektionen können ebenfalls eine akute Vulvitis hervorrufen. Bei Kindern vor der Pubertät tritt eine Vulvitis besonders häufig auf, da die noch dünne, hormonell unreife Schleimhaut in diesem Alter empfindlicher auf Reizfaktoren wie unzureichende Hygiene oder das Einbringen von Fremdkörpern reagiert.

Symptome

Die akute Vulvitis äußert sich durch eine deutliche Rötung und Schwellung der großen und kleinen Schamlippen, begleitet von einem oft ausgeprägten Juckreiz und einem brennenden Schmerz, der sich beim Wasserlassen oder beim Sitzen verstärken kann. Je nach zugrunde liegender Ursache können zusätzlich kleine Bläschen, Risse in der Haut oder ein vermehrter, veränderter Ausfluss auftreten, insbesondere wenn gleichzeitig eine Scheidenentzündung besteht. Bei einer allergisch bedingten Vulvitis steht meist ein ausgeprägter Juckreiz im Vordergrund, während bei einer infektionsbedingten Form zusätzlich ein unangenehmer Geruch oder eine Absonderung auffallen kann. Durch das häufige Kratzen bei starkem Juckreiz kann sich die gereizte Haut zusätzlich entzünden und die Beschwerden weiter verstärken.

Diagnostik

Die Diagnose der akuten Vulvitis erfolgt durch eine sorgfältige Inspektion des äußeren Genitalbereichs sowie eine ausführliche Anamnese zu möglichen auslösenden Faktoren wie neuen Pflegeprodukten, Kleidungsgewohnheiten oder vorausgegangenen Infektionen. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Pilz- oder bakterielle Infektion wird ein Abstrich der betroffenen Region entnommen, um den ursächlichen Erreger gezielt zu bestimmen. Bei anhaltenden oder untypischen Beschwerden trotz vermeintlich eindeutiger Ursache kann eine Allergietestung zur Identifikation eines auslösenden Kontaktstoffes sinnvoll sein. Bei Mädchen vor der Pubertät wird zusätzlich sorgfältig nach möglichen Fremdkörpern sowie nach Hinweisen auf eine unzureichende oder übertriebene Hygiene gefragt.

Behandlung

Die Behandlung der akuten Vulvitis richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei einer mechanisch oder chemisch bedingten Reizung stehen das Meiden des auslösenden Faktors sowie eine milde, rückfettende Pflege der betroffenen Haut im Vordergrund, die zu einer raschen Beruhigung der gereizten Region beitragen. Bei einer nachgewiesenen Pilzinfektion kommen lokale, gegen Pilze wirksame Cremes zum Einsatz, während bakterielle Infektionen gezielt antibiotisch behandelt werden. Bei einer allergisch bedingten Vulvitis steht das konsequente Meiden des identifizierten Allergens im Vordergrund, unterstützt durch kurzfristig eingesetzte, entzündungshemmende Cremes zur raschen Linderung der akuten Beschwerden. Kühlende Sitzbäder mit klarem Wasser können die Beschwerden zusätzlich unabhängig von der Ursache lindern.

Verlauf und Prognose

Die akute Vulvitis hat bei konsequenter Meidung des auslösenden Reizfaktors sowie gezielter Behandlung einer zugrunde liegenden Infektion eine sehr gute Prognose, wobei sich die Beschwerden meist innerhalb weniger Tage bis Wochen deutlich bessern. Wird der auslösende Reizfaktor nicht identifiziert oder nicht konsequent gemieden, kann sich die Entzündung chronifizieren und zu anhaltenden, wiederkehrenden Beschwerden führen. Bei Mädchen vor der Pubertät bessern sich die Beschwerden meist mit sorgfältiger Hygiene sowie dem Abklingen begünstigender Faktoren rasch, wobei die Neigung zu einer Vulvitis mit dem Einsetzen der Pubertät und der hormonellen Reifung der Schleimhaut in der Regel deutlich abnimmt. Eine gute Hautpflege sowie das Meiden bekannter Reizfaktoren tragen wesentlich zur Vorbeugung erneuter Episoden bei.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Was sind häufige Auslöser einer akuten Vulvitis?

Mechanische oder chemische Reizungen durch enge Kleidung oder aggressive Pflegeprodukte, Kontaktallergien sowie Infektionen mit Pilzen oder Bakterien.

Warum sind Mädchen vor der Pubertät besonders häufig betroffen?

Weil ihre noch hormonell unreife Schleimhaut dünner und empfindlicher ist und dadurch empfindlicher auf Reizfaktoren reagiert.

Was hilft schnell gegen die Beschwerden einer akuten Vulvitis?

Kühlende Sitzbäder mit klarem Wasser sowie das konsequente Meiden des auslösenden Reizfaktors können die Beschwerden rasch lindern.

Kann eine Vulvitis chronisch werden?

Ja, wenn der auslösende Reizfaktor nicht erkannt oder nicht konsequent gemieden wird, kann sich die Entzündung chronifizieren und wiederkehrend auftreten.

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