Affektkrampf (Wutkrampf) bei Kindern
Ein Affektkrampf (Wutkrampf, Breath-holding spell) tritt meist bei Kleinkindern nach Schreck, Schmerz oder starker Wut auf, wenn das Kind kurz die Luft anhält und dabei blass oder bläulich wird, manchmal gefolgt von kurzer Bewusstlosigkeit. Er wird oft mit einem epileptischen Anfall verwechselt, hat aber eine andere Ursache.
Wie es dazu kommt
Ein starker emotionaler Auslöser wie Schreck, Schmerz oder Frustration führt dazu, dass das Kind beim Schreien die Luft anhält; durch den kurzzeitigen Sauerstoffmangel kann es zu Blässe oder bläulicher Verfärbung, in manchen Fällen auch zu kurzer Bewusstlosigkeit und Muskelzuckungen kommen.
Blasse und zyanotische Form
Bei der häufigeren, zyanotischen Form beginnt das Kind zu weinen und hält dann die Luft an, während sich die Haut bläulich verfärbt; bei der selteneren, blassen Form erschrickt das Kind, ohne vorher lange zu schreien, und wird dabei sehr blass, mitunter mit kurzer Bewusstlosigkeit.
Wie sich ein Affektkrampf von einem epileptischen Anfall unterscheidet
Ein Affektkrampf hat immer einen erkennbaren auslösenden Reiz und beginnt mit Schreien oder Erschrecken, während ein epileptischer Anfall meist ohne erkennbaren Auslöser auftritt — im Zweifel sollte das Ereignis dennoch ärztlich besprochen werden.
Was Eltern in dem Moment tun können
Ruhe bewahren, das Kind sicher hinlegen oder halten, damit es sich bei einem Sturz nicht verletzt, und abwarten — der Anfall endet meist innerhalb weniger Sekunden von selbst, da mit dem Bewusstseinsverlust die normale Atmung automatisch wieder einsetzt.
Wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist
Beim erstmaligen Auftreten sowie bei ungewöhnlich langen oder häufigen Episoden sollte eine kinderärztliche Untersuchung erfolgen, um andere Ursachen wie Epilepsie oder eine Blutarmut auszuschließen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Affektkrämpfe (Wutkrämpfe) bei Kindern: Ursachen, Umgang
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist ein Affektkrampf gefährlich?
In aller Regel nicht — er endet meist innerhalb weniger Sekunden von selbst, da die normale Atmung automatisch wieder einsetzt.
Wie unterscheidet man einen Affektkrampf von Epilepsie?
Ein Affektkrampf hat immer einen erkennbaren Auslöser wie Schreck oder Wut und beginnt mit Schreien, während ein epileptischer Anfall meist ohne erkennbaren Grund auftritt.
Sollte man beim erstmaligen Auftreten zum Arzt gehen?
Ja, eine erstmalige kinderärztliche Abklärung wird empfohlen, um andere Ursachen sicher auszuschließen.
Wächst sich ein Affektkrampf aus?
Ja, in aller Regel verschwinden Affektkrämpfe mit zunehmendem Alter des Kindes von selbst.
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