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Innere Medizin

Wundmyiasis

Die Wundmyiasis bezeichnet den Befall einer offenen Wunde mit Fliegenlarven, der entsteht, wenn Fliegen ihre Eier in oder am Rand einer bereits bestehenden Wunde ablegen und die daraus schlüpfenden Larven sich vom umliegenden, teils bereits abgestorbenen Gewebe ernähren. Diese Erkrankung tritt besonders in warmen, feuchten Klimazonen sowie bei Menschen mit unzureichend versorgten, offenen Wunden auf, etwa bei bettlägerigen oder pflegebedürftigen Personen, bei Menschen mit eingeschränkter Wahrnehmung der Wunde aufgrund einer Nervenschädigung oder bei mangelnder Wundhygiene. Während der Befall mit bestimmten, speziell gezüchteten Fliegenlarven in der modernen Medizin gezielt zur Reinigung schwer heilender Wunden von abgestorbenem Gewebe eingesetzt wird, stellt die unkontrollierte Wundmyiasis durch wildlebende Fliegenarten eine unerwünschte, potenziell komplikationsreiche Erkrankung dar.

Ursachen

Die Wundmyiasis entsteht, wenn Fliegen, insbesondere bestimmte Schmeißfliegenarten, ihre Eier in oder am Rand einer offenen Wunde ablegen, was besonders bei unzureichend abgedeckten oder vernachlässigten Wunden in warmen Klimazonen begünstigt wird. Menschen mit eingeschränkter Mobilität, etwa bei Bettlägerigkeit, sowie Menschen mit einer Nervenschädigung, die zu einer verminderten Wahrnehmung von Wunden oder Schmerzen führt, haben ein erhöhtes Risiko, da entstehende Wunden möglicherweise erst spät bemerkt und versorgt werden. Auch eine unzureichende Wundhygiene, ein schwacher, übelriechender Wundausfluss, der Fliegen anlockt, sowie das Fehlen einer schützenden Wundabdeckung begünstigen die Eiablage. In Regionen mit hoher Fliegendichte und warmem Klima kommt die unkontrollierte Wundmyiasis daher deutlich häufiger vor als in gemäßigten Klimazonen.

Symptome

Betroffene mit einer Wundmyiasis bemerken häufig eine ungewöhnliche Bewegung oder ein kribbelndes Gefühl im Bereich der befallenen Wunde, das durch die sich in der Wunde bewegenden Larven verursacht wird, wobei dieses Empfinden bei Menschen mit verminderter Schmerz- oder Berührungswahrnehmung, etwa bei einer bestehenden Nervenschädigung, mitunter nicht bemerkt wird. Bei genauer Betrachtung der Wunde lassen sich die weißlichen, sich windenden Fliegenlarven direkt im Wundbereich erkennen. Ein zunehmender, übelriechender Wundausfluss sowie eine sich verschlechternde Wunde können begleitend auftreten, insbesondere wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion vorliegt. Bei ausgedehntem Befall kann sich das umliegende Gewebe entzündlich verändern, mit Rötung, Schwellung und zunehmenden Schmerzen im betroffenen Bereich.

Diagnostik

Die Diagnose der Wundmyiasis wird in aller Regel bereits durch die direkte Betrachtung der betroffenen Wunde gestellt, in der sich die Fliegenlarven unmittelbar erkennen lassen. Eine sorgfältige Untersuchung der gesamten Wunde, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme einer Lupe, ist wichtig, um alle vorhandenen Larven vollständig zu erfassen, da sich diese auch tiefer in Wundtaschen oder unter Wundschorf verbergen können. Bei ausgedehntem Befall oder Verdacht auf eine tiefere Gewebebeteiligung kann eine bildgebende Untersuchung, etwa eine Ultraschalluntersuchung, zur Beurteilung des Ausmaßes der Gewebsschädigung beitragen. Eine begleitende mikrobiologische Untersuchung des Wundsekrets ist bei Anzeichen einer zusätzlichen bakteriellen Infektion sinnvoll.

Behandlung

Die Behandlung der Wundmyiasis besteht in der vollständigen, sorgfältigen manuellen Entfernung aller vorhandenen Fliegenlarven aus der Wunde, wobei gegebenenfalls ein spezielles Betäubungsmittel auf die Wunde aufgetragen wird, um die Larven zum Herauskriechen zu bewegen und ihre vollständige Entfernung zu erleichtern. Nach der Entfernung der Larven wird die Wunde gründlich gereinigt und von abgestorbenem Gewebe befreit, um eine optimale Wundheilung zu ermöglichen. Bei Anzeichen einer begleitenden bakteriellen Infektion wird zusätzlich eine antibiotische Behandlung eingeleitet. Im weiteren Verlauf steht eine konsequente, regelmäßige Wundversorgung mit geeigneter Abdeckung im Vordergrund, um einen erneuten Befall zu verhindern und die Wundheilung zu fördern.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Wundmyiasis ist bei vollständiger Entfernung der Larven sowie konsequenter weiterer Wundversorgung in der Regel gut, wobei die zugrunde liegende Wunde nach Beseitigung des Larvenbefalls entsprechend ihrer eigenen Heilungstendenz weiter versorgt wird. Wird der Befall nicht vollständig behandelt oder bleiben Larven in der Wunde zurück, kann sich die Wunde weiter verschlechtern und das Risiko für eine schwere bakterielle Infektion steigen. Bei Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder verminderter Wahrnehmung von Wunden ist eine regelmäßige, sorgfältige Inspektion bestehender Wunden von großer Bedeutung, um einen Fliegenbefall frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Eine konsequente Wundabdeckung sowie gute Wundhygiene stellen die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen dar.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Wer hat ein erhöhtes Risiko für eine Wundmyiasis?

Menschen mit eingeschränkter Mobilität, einer Nervenschädigung mit verminderter Wundwahrnehmung sowie unzureichender Wundhygiene, besonders in warmen Klimazonen.

Warum bemerken manche Betroffene den Larvenbefall nicht sofort?

Weil eine verminderte Schmerz- oder Berührungswahrnehmung, etwa bei einer bestehenden Nervenschädigung, das kribbelnde Gefühl der sich bewegenden Larven maskieren kann.

Wie werden die Larven aus der Wunde entfernt?

Durch eine vollständige, sorgfältige manuelle Entfernung, gegebenenfalls unterstützt durch ein Betäubungsmittel, das die Larven zum Herauskriechen bewegt.

Wie kann einer Wundmyiasis vorgebeugt werden?

Durch eine konsequente Wundabdeckung sowie eine gute, regelmäßige Wundhygiene, besonders in Regionen mit hoher Fliegendichte.

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