Telogeneffluvium
Das Telogeneffluvium bezeichnet einen diffusen, das gesamte Kopfhaar betreffenden Haarausfall, der dadurch entsteht, dass ein ungewöhnlich großer Anteil der Haarfollikel gleichzeitig von der aktiven Wachstumsphase in die Ruhephase des Haarzyklus übertritt. Da Haare erst nach Abschluss dieser Ruhephase ausfallen, macht sich ein Telogeneffluvium typischerweise erst zwei bis vier Monate nach dem eigentlichen, auslösenden Ereignis bemerkbar, was die Ursachenfindung für Betroffene oft erschwert. Diese Form des Haarausfalls ist in aller Regel vorübergehend sowie bildet sich nach Wegfall der auslösenden Belastung von selbst wieder zurück.
Ursachen
Das Telogeneffluvium entsteht als verzögerte Reaktion des Haarwachstumszyklus auf eine vorausgegangene, erhebliche körperliche oder seelische Belastung, wobei zu den häufigsten Auslösern eine fieberhafte Infektion, eine Operation, eine Entbindung, ein starker Gewichtsverlust, eine unzureichende Eisen- oder Nährstoffversorgung sowie ausgeprägter psychischer Stress zählen. Auch bestimmte Medikamente sowie eine Schilddrüsenfunktionsstörung können ein Telogeneffluvium auslösen. Die genannten Belastungen führen dazu, dass ein ungewöhnlich großer Teil der Haarfollikel vorzeitig in die Ruhephase des Haarzyklus wechselt.
Symptome
Das Telogeneffluvium äußert sich durch einen diffusen, das gesamte Kopfhaar gleichmäßig betreffenden Haarausfall, der sich insbesondere beim Kämmen sowie Haarewaschen durch eine deutlich erhöhte Anzahl ausfallender Haare bemerkbar macht. Im Unterschied zum erblich bedingten Haarausfall bleibt die Kopfhaut selbst unauffällig sowie es kommt nicht zu umschriebenen, kahlen Stellen. Die Kopfhaare erscheinen insgesamt dünner sowie weniger dicht, wobei sich der Haarausfall typischerweise erst zwei bis vier Monate nach dem eigentlichen auslösenden Ereignis bemerkbar macht.
Diagnostik
Die Diagnose des Telogeneffluviums wird durch eine sorgfältige Befragung nach vorausgegangenen körperlichen oder seelischen Belastungen in den letzten Monaten sowie eine klinische Untersuchung der Kopfhaut gestellt, bei der das charakteristische, diffuse Verteilungsmuster ohne umschriebene kahle Stellen beurteilt wird. Eine Blutuntersuchung zur Abklärung möglicher zugrunde liegender Ursachen, insbesondere eines Eisenmangels oder einer Schilddrüsenfunktionsstörung, ergänzt die Diagnostik.
Behandlung
Die Behandlung des Telogeneffluviums richtet sich in erster Linie nach der Beseitigung der zugrunde liegenden, auslösenden Ursache, wobei ein nachgewiesener Eisenmangel oder eine Schilddrüsenfunktionsstörung gezielt ausgeglichen beziehungsweise behandelt wird. Eine spezifische Behandlung des Haarausfalls selbst ist angesichts des in aller Regel vorübergehenden Charakters nicht notwendig, wobei eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung sowie eine schonende Haarpflege den Heilungsprozess unterstützen können.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Telogeneffluviums ist sehr gut, da sich das Haarwachstum nach Wegfall der auslösenden Belastung in aller Regel innerhalb von sechs bis zwölf Monaten vollständig normalisiert, ohne dass eine bleibende Ausdünnung zurückbleibt. Eine anhaltende, unbehandelte zugrunde liegende Ursache, insbesondere ein fortbestehender Nährstoffmangel oder eine unbehandelte Schilddrüsenfunktionsstörung, kann den Haarausfall jedoch über längere Zeit unterhalten, weshalb eine gezielte Abklärung sowie Behandlung der auslösenden Ursache von Bedeutung ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Telogeneffluvium: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum macht sich das Telogeneffluvium erst Monate nach dem Auslöser bemerkbar?
Weil die Haare erst nach Abschluss der Ruhephase des Haarzyklus ausfallen.
Was sind häufige Auslöser?
Fieberhafte Infektionen, Operationen, Entbindungen, starker Gewichtsverlust oder Stress.
Entstehen kahle Stellen?
Nein, der Haarausfall ist diffus und betrifft das gesamte Kopfhaar gleichmäßig.
Normalisiert sich das Haarwachstum wieder?
Ja, in aller Regel innerhalb von sechs bis zwölf Monaten.
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