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Nervensystem & Gehirn

Syringomyelie

Die Syringomyelie ist eine seltene Erkrankung, bei der sich eine mit Flüssigkeit gefüllte Höhle (Syrinx) im Inneren des Rückenmarks bildet. Diese Höhle wächst meist langsam über Jahre und schädigt dabei zunehmend die umliegenden Nervenbahnen, die für Berührungs- und Schmerzempfindung sowie für die Steuerung der Muskulatur zuständig sind. Am häufigsten entsteht sie im Zusammenhang mit einer angeborenen Fehlbildung am Übergang zwischen Schädel und Wirbelsäule.

Ursachen

Die häufigste Ursache ist die Chiari-Malformation, eine angeborene Fehlbildung, bei der Teile des Kleinhirns durch die Öffnung an der Schädelbasis in den oberen Wirbelkanal hineinragen und dadurch den normalen Fluss des Nervenwassers stören. Seltener entsteht eine Syringomyelie nach einer Rückenmarksverletzung, im Zusammenhang mit einem Rückenmarkstumor, nach einer Rückenmarkentzündung oder als Komplikation einer Verwachsung der Rückenmarkshäute.

Symptome

Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend über Jahre und hängen von Lage und Größe der Höhle ab. Typisch ist ein charakteristischer, segmental begrenzter Verlust der Schmerz- und Temperaturempfindung bei erhaltenem Berührungsempfinden, oft in einer mantelartigen Verteilung über Schultern und Arme, wodurch Verletzungen und Verbrennungen zunächst unbemerkt bleiben können. Im Verlauf können Muskelschwäche und -schwund der Arme, Gleichgewichtsstörungen sowie Blasenfunktionsstörungen hinzukommen.

Diagnostik

Die Magnetresonanztomografie der Wirbelsäule und des Übergangs zum Schädel ist die entscheidende Untersuchung und zeigt die flüssigkeitsgefüllte Höhle im Rückenmark direkt sowie eine möglicherweise zugrunde liegende Chiari-Malformation. Eine neurologische Untersuchung dokumentiert das charakteristische Verteilungsmuster der Empfindungsstörungen und den Kraftgrad der betroffenen Muskulatur, was auch für die Verlaufsbeurteilung wichtig ist.

Behandlung

Bei kleinen, nicht fortschreitenden Höhlen ohne wesentliche Beschwerden genügt häufig eine regelmäßige Kontrolle mittels Bildgebung. Bei symptomatischer, durch eine Chiari-Malformation verursachter Syringomyelie kann eine operative Erweiterung der Schädelbasis den gestörten Nervenwasserfluss wiederherstellen und das weitere Wachstum der Höhle stoppen. Ist eine andere Ursache wie ein Tumor verantwortlich, richtet sich die Behandlung nach dieser Grunderkrankung. Bestehende neurologische Ausfälle werden durch Physio- und Ergotherapie unterstützend behandelt.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf ist sehr unterschiedlich: Manche Höhlen bleiben über Jahre stabil und verursachen kaum Beschwerden, andere wachsen langsam weiter und führen zu einer allmählichen Zunahme neurologischer Ausfälle. Eine rechtzeitige operative Behandlung der zugrunde liegenden Ursache kann das Fortschreiten in vielen Fällen aufhalten, bereits eingetretene Nervenschäden bilden sich jedoch häufig nur teilweise zurück. Regelmäßige neurologische und bildgebende Kontrollen sind wichtig, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum bemerken Betroffene Verletzungen manchmal nicht?

Weil die Schmerz- und Temperaturempfindung in den betroffenen Hautarealen gestört sein kann, während das Berührungsempfinden erhalten bleibt, wodurch Verbrennungen oder Schnitte zunächst unbemerkt bleiben.

Muss jede Syringomyelie operiert werden?

Nein, kleine, stabile und beschwerdearme Höhlen werden häufig nur regelmäßig kontrolliert, eine Operation wird vor allem bei fortschreitenden Beschwerden empfohlen.

Was ist eine Chiari-Malformation?

Eine angeborene Fehlbildung, bei der Teile des Kleinhirns tiefer als normal liegen und in den oberen Wirbelkanal hineinragen, was den Nervenwasserfluss stören und eine Syringomyelie begünstigen kann.

Bilden sich bereits eingetretene Ausfälle nach der Behandlung zurück?

Teilweise, eine rechtzeitige Behandlung kann das Fortschreiten stoppen, bereits geschädigte Nervenfunktionen erholen sich jedoch oft nur unvollständig.

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