Gutartige Prostatavergrößerung (BPH)
Die gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) ist ein sehr häufiges Phänomen bei älteren Männern — die Prostata wächst mit dem Alter und kann dabei zunehmend auf die Harnröhre drücken, die durch sie hindurchführt. Sie ist gutartig und nicht mit Prostatakrebs gleichzusetzen, auch wenn beide ähnliche Beschwerden verursachen können.
Typische Beschwerden
Häufigeres Wasserlassen, besonders nachts, ein abgeschwächter oder unterbrochener Harnstrahl, das Gefühl unvollständiger Blasenentleerung, Nachtröpfeln und in manchen Fällen ein plötzlich starker Harndrang — diese Beschwerden entwickeln sich meist schleichend über Jahre.
Warum eine Abklärung wichtig ist
Ähnliche Beschwerden können auch andere Ursachen haben, unter anderem Prostatakrebs, eine Blasenentzündung oder eine Blasenfunktionsstörung — eine urologische Untersuchung (unter anderem mit Tastuntersuchung, Ultraschall und je nach Befund weiteren Tests) klärt, welche Ursache tatsächlich vorliegt.
Wann es zum Notfall wird
Ein plötzlicher, kompletter Harnverhalt — es geht trotz starkem Drang kein Urin mehr ab, verbunden mit starken Unterbauchschmerzen — ist ein Notfall und sollte umgehend in einer Notaufnahme oder urologischen Notfallpraxis behandelt werden, da die Blase sich sonst überdehnt und geschädigt werden kann.
Behandlungsmöglichkeiten
Bei leichten Beschwerden reicht oft eine Beobachtung mit angepasstem Trinkverhalten (z. B. weniger abends trinken); bei stärkeren Beschwerden kommen Medikamente zum Einsatz, die die Muskulatur um Harnröhre und Prostata entspannen oder das Prostatawachstum bremsen. Bei ausgeprägten oder medikamentös nicht ausreichend gebesserten Beschwerden stehen operative Verfahren zur Verfügung, die überschüssiges Prostatagewebe entfernen.
Vorbeugung und Selbsthilfe
Regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht und die Vermeidung übermäßigen Alkohol- und Koffeinkonsums (die die Blase reizen können) werden häufig empfohlen. Wichtiger als Vorbeugung ist bei bereits bestehenden Beschwerden die frühzeitige urologische Abklärung, um andere Ursachen auszuschließen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Deutsche Gesellschaft für Urologie — Gutartige Prostatavergrößerung: Symptome, Diagnostik, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist eine vergrößerte Prostata dasselbe wie Prostatakrebs?
Nein — die gutartige Prostatavergrößerung ist eine eigenständige, gutartige Veränderung, kein Krebs. Da beide ähnliche Beschwerden verursachen können, ist eine ärztliche Abklärung trotzdem wichtig, um Krebs auszuschließen.
Ab welchem Alter tritt eine Prostatavergrößerung häufig auf?
Sie nimmt mit dem Alter deutlich zu und betrifft einen erheblichen Teil der Männer jenseits des 50. Lebensjahres in unterschiedlicher Ausprägung.
Muss jede Prostatavergrößerung behandelt werden?
Nein — bei geringen, nicht störenden Beschwerden reicht oft eine regelmäßige Kontrolle ohne aktive Behandlung. Die Therapieentscheidung richtet sich nach dem Ausmaß der Beeinträchtigung im Alltag.
Wie erkennt man einen akuten Harnverhalt als Notfall?
Starker Harndrang bei gleichzeitiger Unfähigkeit, Wasser zu lassen, verbunden mit zunehmenden, oft starken Unterbauchschmerzen — dann sollte zeitnah eine Notaufnahme aufgesucht werden.
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