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Allergie & Stoffwechsel

Mukopolysaccharidose

Die Mukopolysaccharidosen sind eine Gruppe seltener, erblich bedingter Stoffwechselerkrankungen, bei denen jeweils ein bestimmtes Enzym fehlt, das für den Abbau langkettiger Zuckermoleküle (Glykosaminoglykane) in den Körperzellen notwendig ist. Diese Moleküle sammeln sich daraufhin in verschiedenen Geweben an und können im Laufe der Zeit Skelett, innere Organe, Augen und Nervensystem schädigen. Es werden mehrere Untertypen unterschieden, die sich in Ausprägung und Schweregrad unterscheiden.

Ursachen

Jeder Untertyp der Mukopolysaccharidose beruht auf dem Ausfall eines spezifischen Enzyms, verursacht durch eine entsprechende Genveränderung. Die meisten Formen werden autosomal-rezessiv vererbt, das heißt, beide Elternteile müssen unbemerkte Träger einer veränderten Genkopie sein, damit ein Kind erkrankt. Eine Ausnahme ist eine bestimmte Form, die X-chromosomal vererbt wird und daher überwiegend Jungen betrifft.

Symptome

Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend über die ersten Lebensjahre und umfassen je nach Untertyp und Schweregrad vergröberte Gesichtszüge, eine Verformung des Skeletts mit Kleinwuchs und Gelenksteifigkeit, eine Vergrößerung von Leber und Milz, Hornhauttrübungen, wiederkehrende Atemwegsinfekte durch verengte Atemwege sowie, bei einem Teil der Formen, eine fortschreitende geistige Entwicklungsverzögerung. Herzklappen können ebenfalls betroffen sein, was zu Herzfehlern führen kann.

Diagnostik

Ein Test auf erhöhte Glykosaminoglykane im Urin liefert einen ersten Hinweis auf eine mögliche Mukopolysaccharidose. Die Messung der spezifischen Enzymaktivität in Blutzellen sichert die Diagnose und identifiziert den genauen Untertyp. Eine genetische Untersuchung bestätigt die zugrunde liegende Genveränderung und ist wichtig für die Beratung der Familie zum Vererbungsrisiko sowie für eine mögliche pränatale Diagnostik in künftigen Schwangerschaften.

Behandlung

Für einige Untertypen steht heute eine Enzymersatztherapie zur Verfügung, bei der das fehlende Enzym regelmäßig intravenös verabreicht wird und die Fortschreiten bestimmter Organschäden verlangsamen kann, jedoch nicht alle Symptome, insbesondere nicht bereits bestehende Skelettveränderungen oder bei manchen Formen die Entwicklung des Gehirns, beeinflusst. Bei ausgewählten, schweren Formen kann eine Stammzelltransplantation im frühen Kindesalter erwogen werden. Unterstützend werden Beschwerden wie Gelenksteifigkeit, Herzfehler oder Atemwegsprobleme eigenständig behandelt.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf hängt stark vom betroffenen Untertyp und dem Schweregrad ab: Manche Formen verlaufen relativ mild mit weitgehend normaler Lebenserwartung, andere schreiten trotz Behandlung fort und können die Lebenserwartung deutlich verkürzen. Ein früher Beginn der Enzymersatztherapie oder, bei geeigneten Formen, einer Stammzelltransplantation verbessert die Aussichten am ehesten, weshalb eine frühzeitige Diagnose entscheidend ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Können auch Mädchen an Mukopolysaccharidose erkranken?

Bei den meisten autosomal-rezessiv vererbten Formen ja, nur eine bestimmte, X-chromosomal vererbte Form betrifft überwiegend Jungen.

Heilt die Enzymersatztherapie die Erkrankung?

Nein, sie kann das Fortschreiten bestimmter Organschäden verlangsamen, jedoch nicht alle Symptome beheben, insbesondere nicht bereits eingetretene Skelettveränderungen oder, bei manchen Formen, die Entwicklung des Gehirns.

Warum ist eine frühe Diagnose so wichtig?

Weil eine früh begonnene Enzymersatztherapie oder Stammzelltransplantation die Aussichten auf einen milderen Verlauf deutlich verbessern kann, bevor irreversible Organschäden entstanden sind.

Wie erfahren Familien von ihrem Vererbungsrisiko?

Durch eine genetische Untersuchung nach Diagnosestellung bei einem betroffenen Kind, die auch für die Beratung zu künftigen Schwangerschaften und die Untersuchung von Geschwistern wichtig ist.

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