Laryngospasmus
Der Laryngospasmus ist ein plötzlicher, unwillkürlicher Krampf der Kehlkopfmuskulatur, bei dem sich die Stimmritze reflexartig vollständig oder teilweise verschließt und dadurch eine kurzzeitige, meist innerhalb weniger Sekunden bis Minuten von selbst wieder abklingende Atemnot verursacht. Dieser Schutzreflex dient normalerweise dazu, das Eindringen von Fremdkörpern oder Flüssigkeit in die unteren Atemwege zu verhindern, kann jedoch bei übermäßiger Auslösung selbst zu einer bedrohlichen Situation werden, insbesondere wenn der Krampf ungewöhnlich lange anhält. Ein Laryngospasmus tritt besonders häufig im Rahmen von Narkosen auf, insbesondere bei Kindern, kann jedoch auch außerhalb medizinischer Eingriffe durch verschiedene Reizfaktoren ausgelöst werden. Auch wenn die einzelne Episode meist kurz ist und rasch von selbst endet, wird sie von Betroffenen und Umstehenden aufgrund der plötzlichen, hörbaren Atemnot häufig als sehr beängstigend erlebt.
Ursachen
Ein Laryngospasmus wird durch eine direkte mechanische oder chemische Reizung des Kehlkopfes ausgelöst, die einen übermäßig starken Schutzreflex der Kehlkopfmuskulatur zur Folge hat. Im Rahmen von Narkosen tritt ein Laryngospasmus besonders häufig während der Einleitungs- oder Aufwachphase auf, wenn Sekret, Blut oder ein Beatmungshilfsmittel die noch unzureichend betäubte Kehlkopfschleimhaut reizt, wobei Kinder aufgrund ihrer erhöhten Reflexbereitschaft besonders häufig betroffen sind. Außerhalb von Narkosen kann ein Laryngospasmus durch das versehentliche Einatmen von Flüssigkeit oder kleinen Nahrungspartikeln, durch eine ausgeprägte Rückflusserkrankung der Speiseröhre mit nächtlichem Aufsteigen von Magensäure bis in den Kehlkopf oder durch starke emotionale Erregung ausgelöst werden. Auch eine bestehende Reizung der Atemwege durch eine Infektion oder eine Allergie kann die Reflexbereitschaft des Kehlkopfes erhöhen und einen Laryngospasmus begünstigen.
Symptome
Ein Laryngospasmus äußert sich durch eine plötzlich einsetzende, meist sehr kurze Episode von Atemnot mit einem charakteristischen, hochfrequenten, ziehenden Atemgeräusch beim Einatmen, das durch den nahezu vollständigen Verschluss der Stimmritze entsteht. Betroffene zeigen häufig eine kurzzeitige, deutliche Atemanstrengung mit sichtbaren Einziehungen im Bereich des Brustkorbs, bevor sich der Krampf typischerweise innerhalb weniger Sekunden bis maximal ein bis zwei Minuten von selbst wieder löst. Bei sehr ausgeprägtem oder ungewöhnlich lange anhaltendem Laryngospasmus kann es durch den anhaltenden Sauerstoffmangel zu einer bläulichen Verfärbung der Lippen sowie in seltenen, schweren Fällen zu einem kurzzeitigen Bewusstseinsverlust kommen. Nach dem Abklingen der Episode erholt sich die Atmung meist rasch und vollständig.
Diagnostik
Die Diagnose eines Laryngospasmus wird in der Regel klinisch anhand des charakteristischen, plötzlich einsetzenden und rasch wieder abklingenden Beschwerdebildes mit dem typischen Atemgeräusch gestellt, insbesondere wenn ein erkennbarer auslösender Reiz, etwa eine Narkose oder ein Verschlucken, vorausgegangen ist. Bei wiederholt auftretenden Episoden ohne erkennbaren äußeren Auslöser wird eine weiterführende Abklärung eingeleitet, um zugrunde liegende Ursachen wie eine Refluxerkrankung, eine chronische Reizung der Atemwege oder eine erhöhte allgemeine Reflexbereitschaft des Kehlkopfes zu identifizieren. Eine Kehlkopfspiegelung im beschwerdefreien Intervall zeigt meist einen unauffälligen Befund, kann jedoch bei Verdacht auf eine zugrunde liegende strukturelle oder entzündliche Veränderung sinnvoll sein.
Behandlung
Während einer akuten Episode eines Laryngospasmus stehen beruhigende Maßnahmen sowie, sofern möglich, ein sanfter Druck auf einen bestimmten Punkt hinter dem Ohrläppchen zur Reflexunterbrechung im Vordergrund, da der Krampf in den allermeisten Fällen innerhalb kurzer Zeit von selbst nachlässt. Im Rahmen einer Narkose stehen dem medizinischen Fachpersonal weitergehende Maßnahmen zur Verfügung, einschließlich einer vertieften Beatmung mit reinem Sauerstoff sowie, bei anhaltendem schwerem Krampf, spezifischer muskelentspannender Medikamente. Bei wiederholten Episoden außerhalb von Narkosen richtet sich die Behandlung nach der zugrunde liegenden Ursache, etwa der gezielten Behandlung einer Refluxerkrankung oder einer chronischen Atemwegsreizung, um die Häufigkeit weiterer Episoden zu reduzieren.
Verlauf und Prognose
Die einzelne Episode eines Laryngospasmus hat eine sehr gute Prognose, da sie sich in aller Regel innerhalb weniger Sekunden bis Minuten von selbst löst und keine bleibenden Folgen hinterlässt. In sehr seltenen, ausgeprägten Fällen mit ungewöhnlich langer Krampfdauer kann es durch den anhaltenden Sauerstoffmangel zu ernsthaften Komplikationen kommen, weshalb bei ungewöhnlich langem oder wiederholtem Auftreten eine rasche ärztliche Abklärung angezeigt ist. Bei Kindern mit erhöhter Reflexbereitschaft nimmt die Neigung zu Laryngospasmen mit zunehmendem Alter häufig ab. Wird eine zugrunde liegende, unterhaltende Ursache wie eine Refluxerkrankung erfolgreich behandelt, reduziert sich die Häufigkeit weiterer Episoden bei den meisten Betroffenen deutlich.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Laryngospasmus: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Laryngospasmus in der Regel an?
Meist nur wenige Sekunden bis maximal ein bis zwei Minuten, danach löst sich der Krampf in aller Regel von selbst wieder.
Wer ist besonders häufig von einem Laryngospasmus im Rahmen einer Narkose betroffen?
Insbesondere Kinder, da sie aufgrund ihrer erhöhten Reflexbereitschaft der Kehlkopfmuskulatur anfälliger für diesen Reflex sind.
Was kann während einer akuten Episode helfen?
Beruhigung sowie, sofern möglich, ein sanfter Druck auf einen bestimmten Punkt hinter dem Ohrläppchen können zur Unterbrechung des Reflexes beitragen, während der Krampf meist ohnehin von selbst nachlässt.
Sollte ein wiederholt auftretender Laryngospasmus abgeklärt werden?
Ja, bei wiederholten Episoden ohne erkennbaren Auslöser sollte eine ärztliche Abklärung möglicher zugrunde liegender Ursachen wie einer Refluxerkrankung erfolgen.
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