Komplikationen durch Impfstoffe oder biologisch aktive Substanzen
Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen der Vorbeugung. Wie jedes Arzneimittel können Impfstoffe und andere biologisch aktive Substanzen, etwa Seren oder Immunglobuline, unerwünschte Wirkungen haben. Die allermeisten sind leicht und vorübergehend, ernste Komplikationen sind sehr selten. Bei jeder Impfempfehlung werden Nutzen und mögliche Risiken gegeneinander abgewogen, wobei der Schutz vor der Erkrankung in der Regel deutlich überwiegt.
Ursachen
Unerwünschte Reaktionen entstehen, weil das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert, was gewünscht ist, aber Beschwerden verursachen kann, oder weil Bestandteile wie Trägerstoffe eine Überempfindlichkeit auslösen. Selten kommen weitere spezifische Reaktionen vor, die vom jeweiligen Impfstofftyp abhängen. Risikofaktoren sind bekannte Allergien gegen Impfstoffbestandteile oder eine schwere Reaktion auf eine frühere Impfung.
Symptome
Häufig sind Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, leichtes Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, die meist nach ein bis drei Tagen abklingen. Selten treten Fieberkrämpfe bei Kleinkindern oder ausgeprägte Reaktionen an der Einstichstelle auf. Sehr selten sind schwere allergische Reaktionen mit Atemnot, Schwellung im Gesicht, Kreislaufproblemen bis zum Schock, die meist innerhalb von Minuten auftreten. Einzelne Impfstoffe sind sehr selten mit bestimmten weiteren Komplikationen in Verbindung gebracht worden, über die ärztlich aufgeklärt wird.
Diagnostik
Ärztinnen und Ärzte erfassen zeitlichen Zusammenhang, Beschwerden und Vorerkrankungen und schließen andere Ursachen aus. Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion kann eine allergologische Abklärung erfolgen. Verdachtsfälle einer Impfkomplikation sind meldepflichtig beziehungsweise sollten den zuständigen Behörden gemeldet werden, damit seltene Risiken erkannt werden.
Behandlung
Leichte Reaktionen werden mit Kühlung und bei Bedarf fiebersenkenden und schmerzlindernden Mitteln behandelt. Bei einer schweren allergischen Reaktion ist sofort der Notruf 112 zu wählen; sie wird mit Adrenalin, Flüssigkeit und weiteren Notfallmaßnahmen behandelt. Deshalb wird nach einer Impfung eine kurze Nachbeobachtungszeit in der Praxis empfohlen, und Impfstellen sind auf Notfälle vorbereitet.
Verlauf und Prognose
Die Beschwerden klingen in der Regel folgenlos ab. Auch schwere allergische Reaktionen lassen sich bei schneller Behandlung gut beherrschen. Wer eine schwere Reaktion hatte, erhält vor weiteren Impfungen eine individuelle Beratung. Der Nutzen der Impfung, also der Schutz vor teils schweren Erkrankungen, überwiegt die seltenen Risiken.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Impfungen: Nutzen, Nebenwirkungen und Sicherheit
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Welche Reaktionen sind normal?
Schmerzen und Rötung an der Einstichstelle, leichtes Fieber und Abgeschlagenheit für ein bis drei Tage.
Wann sollte ich sofort ärztliche Hilfe holen?
Bei Atemnot, Schwellung von Gesicht oder Zunge, Kreislaufproblemen oder Bewusstseinsstörung, dann den Notruf 112 wählen.
Warum bleibt man nach der Impfung noch kurz in der Praxis?
Weil schwere allergische Reaktionen meist in den ersten Minuten auftreten und dann sofort behandelt werden können.
Werden Verdachtsfälle erfasst?
Ja, Verdachtsfälle von Impfkomplikationen werden gemeldet und ausgewertet, damit seltene Risiken erkannt werden.
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