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Innere Medizin

Kehlkopfstenose

Die Kehlkopfstenose bezeichnet eine dauerhafte, strukturell bedingte Verengung des Kehlkopfes, die sich von den akuten, meist entzündlich oder allergisch bedingten Schwellungszuständen dadurch unterscheidet, dass sie auf einer bleibenden Veränderung des Kehlkopfgerüsts oder der umgebenden Weichteile beruht. Sie kann angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens erworben entwickeln, wobei erworbene Formen heute überwiegend als Folge einer längeren künstlichen Beatmung über einen in der Luftröhre liegenden Beatmungsschlauch entstehen, der über einen längeren Zeitraum eine narbige Vernarbung des Kehlkopfgewebes verursachen kann. Je nach Ausmaß der Verengung reichen die Beschwerden von einer geringfügigen, nur bei starker körperlicher Belastung bemerkbaren Atemnot bis zu einer bereits in Ruhe bestehenden, deutlich beeinträchtigenden Atemnot, weshalb eine Kehlkopfstenose eine sorgfältige und oft langfristige spezialisierte Betreuung erfordert.

Ursachen

Die häufigste Ursache einer erworbenen Kehlkopfstenose im Erwachsenenalter ist eine längere künstliche Beatmung über einen Beatmungsschlauch, der durch den anhaltenden Druck auf die Kehlkopfschleimhaut zu Gewebeschäden und einer nachfolgenden, narbig verengenden Vernarbung führen kann. Auch nach ausgedehnten operativen Eingriffen im Kehlkopfbereich, etwa im Rahmen der Behandlung eines Kehlkopftumors, kann sich eine narbige Verengung entwickeln. Eine angeborene Kehlkopfstenose entsteht durch eine Fehlbildung während der frühen Entwicklung des Kehlkopfes und macht sich meist bereits im Säuglings- oder frühen Kindesalter durch Atembeschwerden bemerkbar. Seltener kann auch eine schwere, chronisch verlaufende Entzündung des Kehlkopfes oder eine Autoimmunerkrankung mit Beteiligung des Kehlkopfknorpels zu einer erworbenen Verengung führen.

Symptome

Das Leitsymptom der Kehlkopfstenose ist eine belastungsabhängige, bei zunehmender Verengung auch in Ruhe auftretende Atemnot mit einem charakteristischen, ziehenden Atemgeräusch beim Einatmen. Viele Betroffene bemerken zunächst nur bei körperlicher Anstrengung eine ungewöhnliche Kurzatmigkeit, die sich im Verlauf, insbesondere bei fortschreitender narbiger Verengung, zunehmend auch bei geringerer Belastung oder schließlich bereits in Ruhe zeigt. Begleitend kann die Stimme heiser oder verändert klingen, wenn die Verengung auch die Stimmlippen betrifft. Bei Säuglingen mit angeborener Kehlkopfstenose fallen bereits kurz nach der Geburt ein auffälliges Atemgeräusch sowie Schwierigkeiten beim Trinken auf.

Diagnostik

Die Diagnose der Kehlkopfstenose wird durch eine Kehlkopfspiegelung gestellt, bei der sich Lage, Ausmaß und Ursache der Verengung direkt beurteilen lassen. Ergänzend kommt häufig eine Computertomographie zum Einsatz, um die genaue Ausdehnung der narbigen Verengung sowie ihre Beziehung zu umliegenden Strukturen präzise darzustellen und die weitere Behandlungsplanung zu unterstützen. Bei Säuglingen mit Verdacht auf eine angeborene Kehlkopfstenose erfolgt die Untersuchung des Kehlkopfes häufig unter Sedierung, um eine schonende, aber gründliche Beurteilung der Fehlbildung zu ermöglichen. Eine Einschätzung des Schweregrads der Atemwegsverengung anhand standardisierter Klassifikationen unterstützt die Wahl der geeigneten Behandlung.

Behandlung

Die Behandlung der Kehlkopfstenose richtet sich nach dem Ausmaß der Verengung und reicht von einer schrittweisen Aufdehnung des verengten Bereichs mittels spezieller Instrumente im Rahmen einer Kehlkopfspiegelung bei geringgradigen Verengungen bis zu ausgedehnteren rekonstruktiven Operationen bei stärker ausgeprägten narbigen Verengungen. Bei einer bedrohlichen, hochgradigen Verengung kann vorübergehend oder dauerhaft ein Luftröhrenschnitt notwendig werden, um eine sichere Atmung unabhängig vom verengten Kehlkopfbereich zu gewährleisten. Bei angeborener Kehlkopfstenose im Säuglingsalter wird die Behandlung individuell an das Ausmaß der Fehlbildung sowie das Wachstum des Kindes angepasst und erfolgt häufig in mehreren Schritten über einen längeren Zeitraum. Eine begleitende logopädische Therapie unterstützt in vielen Fällen die stimmliche und schluckbezogene Rehabilitation nach der Behandlung.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Kehlkopfstenose hängt wesentlich vom Ausmaß der Verengung, der zugrunde liegenden Ursache sowie dem Erfolg der eingeleiteten Behandlung ab. Geringgradige Verengungen lassen sich häufig durch eine schrittweise Aufdehnung gut behandeln, während stärker ausgeprägte, narbige Verengungen mitunter mehrere aufeinanderfolgende operative Eingriffe erfordern, bis ein zufriedenstellendes Atemwegsergebnis erreicht ist. Bei angeborener Kehlkopfstenose im Kindesalter ist der Verlauf sehr variabel und hängt vom Schweregrad der Fehlbildung sowie vom Wachstum des kindlichen Kehlkopfes ab, wobei sich manche leichtere Formen im Laufe des Wachstums von selbst bessern. Eine regelmäßige, langfristige spezialisierte Nachsorge ist bei allen Formen der Kehlkopfstenose wichtig, um eine erneute Verengung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist die häufigste Ursache einer erworbenen Kehlkopfstenose bei Erwachsenen?

Eine längere künstliche Beatmung über einen Beatmungsschlauch, die durch anhaltenden Druck zu einer narbigen Verengung des Kehlkopfgewebes führen kann.

Kann eine Kehlkopfstenose ohne Operation behandelt werden?

Bei geringgradigen Verengungen ist häufig eine schrittweise Aufdehnung im Rahmen einer Kehlkopfspiegelung ausreichend, ohne dass eine größere rekonstruktive Operation notwendig wird.

Wann ist ein Luftröhrenschnitt bei Kehlkopfstenose notwendig?

Bei einer bedrohlichen, hochgradigen Verengung, um unabhängig vom verengten Kehlkopfbereich eine sichere Atmung zu gewährleisten.

Bessert sich eine angeborene Kehlkopfstenose mit dem Wachstum?

Bei manchen leichteren Formen ist eine spontane Besserung im Verlauf des kindlichen Wachstums möglich, stärker ausgeprägte Fehlbildungen erfordern jedoch meist eine gezielte Behandlung.

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