Intrauterine Synechien
Intrauterine Synechien, auch als Asherman-Syndrom bezeichnet, sind narbige Verwachsungen innerhalb der Gebärmutterhöhle, die entstehen, wenn die innere Gebärmutterschleimhaut nach einer Verletzung nicht regelrecht heilt, sondern sich gegenüberliegende Wandabschnitte der Gebärmutter durch Narbengewebe miteinander verbinden. Diese Verwachsungen können je nach Ausmaß von kleinen, vereinzelten Strängen bis zu einer vollständigen Verklebung der gesamten Gebärmutterhöhle reichen, wobei das Ausmaß der Erkrankung maßgeblich die Schwere der resultierenden Beschwerden bestimmt. Die häufigste Ursache für die Entstehung intrauteriner Synechien ist eine vorausgegangene Ausschabung der Gebärmutter, insbesondere wenn diese im Rahmen einer Fehlgeburt oder kurz nach einer Entbindung durchgeführt wurde, da die Gebärmutterschleimhaut in dieser Situation besonders empfindlich gegenüber mechanischen Einwirkungen ist.
Ursachen
Intrauterine Synechien entstehen am häufigsten als Folge einer Ausschabung der Gebärmutter, bei der die Gebärmutterschleimhaut mechanisch verletzt wird, wobei das Risiko besonders hoch ist, wenn der Eingriff im Rahmen einer Fehlgeburt oder kurz nach einer Entbindung durchgeführt wird, da die Gebärmutterschleimhaut in dieser Situation aufgrund der schwangerschaftsbedingten Veränderungen besonders verletzlich ist. Auch wiederholte Ausschabungen erhöhen das Risiko für die Entstehung ausgeprägter Verwachsungen deutlich. Eine schwere Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, insbesondere im Rahmen einer Genitaltuberkulose in Regionen mit höherer Verbreitung dieser Erkrankung, kann ebenfalls zu ausgedehnten narbigen Verwachsungen führen. Operative Eingriffe an der Gebärmutter, etwa die operative Entfernung eines in die Gebärmutterhöhle hineinragenden Myoms, können in selteneren Fällen ebenfalls zur Entstehung intrauteriner Synechien beitragen.
Symptome
Die Symptome intrauteriner Synechien hängen wesentlich vom Ausmaß der Verwachsungen ab. Bei ausgedehnten Verwachsungen kommt es zu einer deutlichen Verminderung oder einem vollständigen Ausbleiben der Regelblutung, da die Verklebung der Gebärmutterwände den Aufbau und die Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut sowie den Abfluss des Menstruationsblutes verhindert. Bei geringerem Ausmaß der Verwachsungen kann die Regelblutung lediglich schwächer als gewohnt ausfallen. Ein bedeutsames, häufig erst im Rahmen einer Kinderwunschabklärung erkanntes Symptom ist eine eingeschränkte Fruchtbarkeit, da sich ein befruchtetes Ei in der durch Narbengewebe veränderten Gebärmutterhöhle nur erschwert einnisten kann. Bei bestehender Schwangerschaft besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten sowie für eine abnorm feste Verankerung des Mutterkuchens in der Gebärmutterwand. Manche Frauen berichten zusätzlich über wiederkehrende, krampfartige Unterbauchschmerzen, insbesondere wenn bei bestehenden Verwachsungen dennoch etwas Menstruationsblut hinter einem verklebten Bereich eingeschlossen bleibt.
Diagnostik
Die Diagnose intrauteriner Synechien wird durch eine Gebärmutterspiegelung gestellt, bei der die Verwachsungen innerhalb der Gebärmutterhöhle direkt sichtbar gemacht und ihr genaues Ausmaß beurteilt werden können, was diese Methode zum diagnostischen Goldstandard macht. Eine Ultraschalluntersuchung, insbesondere unter Verwendung einer speziellen Kontrastmittelfüllung der Gebärmutterhöhle, kann bereits erste Hinweise auf bestehende Verwachsungen liefern und wird häufig als erste, weniger invasive Untersuchung eingesetzt. Eine Röntgenuntersuchung der Gebärmutterhöhle mit Kontrastmittel, die sogenannte Hysterosalpingographie, kann ebenfalls zur Darstellung der Verwachsungen sowie zur gleichzeitigen Beurteilung der Durchgängigkeit der Eileiter beitragen. Eine sorgfältige Anamnese mit Frage nach vorausgegangenen Ausschabungen oder anderen Eingriffen an der Gebärmutter liefert wichtige zusätzliche Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache.
Behandlung
Die Behandlung intrauteriner Synechien erfolgt durch eine operative Durchtrennung der Verwachsungen im Rahmen einer Gebärmutterspiegelung, bei der das Narbengewebe unter direkter Sicht vorsichtig gelöst wird, um die normale Form und Größe der Gebärmutterhöhle möglichst vollständig wiederherzustellen. Nach der operativen Behandlung wird häufig vorübergehend ein kleiner Ballon oder ein spezielles Gel in die Gebärmutterhöhle eingebracht, um ein erneutes Verkleben der Wände während der Heilungsphase zu verhindern. Eine begleitende hormonelle Behandlung mit Östrogenen unterstützt den Wiederaufbau einer gesunden Gebärmutterschleimhaut nach der operativen Lösung der Verwachsungen. Bei besonders ausgedehnten Verwachsungen kann mehr als ein operativer Eingriff notwendig sein, um ein zufriedenstellendes anatomisches Ergebnis zu erreichen.
Verlauf und Prognose
Die Prognose intrauteriner Synechien hängt wesentlich vom Ausmaß der ursprünglichen Verwachsungen sowie vom Erfolg der operativen Behandlung ab. Bei geringgradigen bis mittelgradigen Verwachsungen kann nach erfolgreicher operativer Lösung bei einem erheblichen Teil der betroffenen Frauen eine normale Regelblutung sowie eine erfolgreiche Schwangerschaft erreicht werden. Bei sehr ausgedehnten, die gesamte Gebärmutterhöhle betreffenden Verwachsungen ist die Prognose hinsichtlich der Wiederherstellung der Fruchtbarkeit deutlich eingeschränkter, auch wenn eine operative Behandlung versucht wird, da sich narbig verändertes Gewebe nicht immer vollständig durch funktionsfähige Schleimhaut ersetzen lässt. Ein erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten von Verwachsungen nach der operativen Behandlung besteht insbesondere bei sehr ausgedehnten Ausgangsbefunden, weshalb eine regelmäßige Nachkontrolle mittels Gebärmutterspiegelung empfohlen wird.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Intrauterine Synechien: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist die häufigste Ursache intrauteriner Synechien?
Eine vorausgegangene Ausschabung der Gebärmutter, insbesondere wenn diese im Rahmen einer Fehlgeburt oder kurz nach einer Entbindung durchgeführt wurde.
Wie werden intrauterine Synechien diagnostiziert?
Am zuverlässigsten durch eine Gebärmutterspiegelung, bei der die Verwachsungen direkt sichtbar gemacht werden können.
Wie werden die Verwachsungen behandelt?
Durch eine operative Durchtrennung im Rahmen einer Gebärmutterspiegelung, häufig gefolgt von einer vorübergehenden mechanischen Trennung der Wände sowie einer hormonellen Nachbehandlung.
Beeinträchtigen intrauterine Synechien die Fruchtbarkeit?
Ja, insbesondere bei ausgedehnten Verwachsungen, da sich ein befruchtetes Ei in der veränderten Gebärmutterhöhle nur erschwert einnisten kann.
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