Hypomanie
Die Hypomanie bezeichnet eine leichter ausgeprägte Form der manischen Stimmungsauslenkung, bei der die betroffene Person über mehrere Tage eine deutlich gehobene, gereizte oder expansive Stimmung gemeinsam mit einem gesteigerten Antrieb, einem vermehrten Selbstbewusstsein sowie einem verminderten Schlafbedürfnis erlebt, wobei diese Veränderungen im Unterschied zur ausgeprägten manischen Episode nicht zu einer bedeutsamen Beeinträchtigung der beruflichen oder sozialen Funktionsfähigkeit sowie nicht zu psychotischen Symptomen führen. Die Hypomanie tritt am häufigsten als eine von zwei charakteristischen Stimmungsphasen im Rahmen einer bipolaren affektiven Störung auf, bei der sich hypomanische Phasen mit depressiven Phasen abwechseln, kann jedoch von der betroffenen Person selbst sowie ihrem Umfeld aufgrund der zunächst als angenehm sowie leistungssteigernd empfundenen Symptome mitunter über lange Zeit nicht als Krankheitszeichen erkannt werden.
Ursachen
Die genaue Ursache der Hypomanie ist, ebenso wie bei der zugrunde liegenden bipolaren affektiven Störung im Allgemeinen, nicht abschließend geklärt, wobei ein Zusammenspiel aus erblicher Veranlagung sowie einer veränderten Regulation bestimmter Botenstoffe im Gehirn als zugrunde liegender Mechanismus angenommen wird. Eine erbliche Komponente spielt eine bedeutsame Rolle, da die zugrunde liegende bipolare Störung deutlich gehäuft innerhalb betroffener Familien auftritt. Belastende Lebensereignisse, eine Störung des gewohnten Schlaf-Wach-Rhythmus sowie bei einem Teil der Betroffenen auch bestimmte Medikamente, insbesondere Antidepressiva, können eine hypomanische Phase bei entsprechend veranlagten Menschen zusätzlich auslösen oder begünstigen.
Symptome
Die Hypomanie äußert sich durch eine über mehrere Tage anhaltende, deutlich gehobene, gereizte oder expansive Stimmung, die gemeinsam mit einem gesteigerten Antrieb, einem vermehrten Rededrang, einem verminderten Schlafbedürfnis sowie einem gesteigerten Selbstbewusstsein auftritt, wobei die betroffene Person diese Veränderungen häufig zunächst als angenehm sowie leistungssteigernd erlebt. Im Unterschied zur ausgeprägten manischen Episode bleibt die berufliche sowie soziale Funktionsfähigkeit bei der Hypomanie weitgehend erhalten, sodass die betroffene Person in aller Regel keine bedeutsame Beeinträchtigung ihres Alltags erlebt, wobei jedoch ein erhöhtes Risiko für unüberlegte, mitunter riskante Entscheidungen besteht, etwa im finanziellen oder zwischenmenschlichen Bereich.
Diagnostik
Die Diagnose der Hypomanie wird durch eine ausführliche psychiatrische Anamnese gestellt, bei der die charakteristische Symptomkombination aus gehobener Stimmung, gesteigertem Antrieb sowie vermindertem Schlafbedürfnis über einen Zeitraum von mindestens mehreren Tagen erfasst wird, wobei eine sorgfältige Abgrenzung von der ausgeprägteren manischen Episode anhand des Fehlens einer bedeutsamen Funktionseinschränkung sowie psychotischer Symptome von zentraler Bedeutung ist. Eine gezielte Befragung von nahen Angehörigen kann wertvolle zusätzliche Informationen liefern, da die betroffene Person selbst die hypomanischen Symptome aufgrund der subjektiv als angenehm empfundenen Stimmungslage häufig nicht als krankheitswertig einordnet. Eine sorgfältige Anamnese früherer depressiver Phasen ist wichtig, um die Hypomanie im Kontext einer möglicherweise zugrunde liegenden bipolaren Störung einzuordnen.
Behandlung
Die Behandlung der Hypomanie richtet sich danach, ob sie im Rahmen einer bereits diagnostizierten bipolaren Störung auftritt, wobei eine bereits eingeleitete, stimmungsstabilisierende Basisbehandlung gegebenenfalls angepasst wird, um die hypomanische Phase gezielt abzumildern sowie ein mögliches Übergehen in eine ausgeprägtere manische Episode zu verhindern. Bei erstmaligem Auftreten einer Hypomanie wird eine umfassende psychiatrische Abklärung empfohlen, um die zugrunde liegende bipolare Störung zu diagnostizieren sowie eine geeignete, langfristige stimmungsstabilisierende Behandlung einzuleiten. Eine begleitende Psychoedukation, bei der die betroffene Person sowie ihre Angehörigen über die charakteristischen Frühwarnzeichen einer beginnenden hypomanischen Phase aufgeklärt werden, unterstützt eine frühzeitige Gegensteuerung im weiteren Krankheitsverlauf.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Hypomanie im Rahmen einer bipolaren Störung ist bei konsequent durchgeführter, langfristiger stimmungsstabilisierender Behandlung gut, wobei sich die Häufigkeit sowie Ausprägung sowohl hypomanischer als auch depressiver Phasen bei vielen Betroffenen deutlich reduzieren lässt. Unbehandelt neigt die zugrunde liegende bipolare Störung zu einem chronisch-episodischen Verlauf mit wiederkehrenden Stimmungsphasen, wobei eine unerkannte, unbehandelte Hypomanie zudem das Risiko birgt, in eine ausgeprägtere manische Episode überzugehen oder von einer belastenden depressiven Phase gefolgt zu werden. Eine frühzeitige Diagnosestellung sowie konsequente, langfristige Behandlung wird daher dringend empfohlen, um den weiteren Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Hypomanie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wodurch unterscheidet sich die Hypomanie von der ausgeprägten Manie?
Bei der Hypomanie bleibt die berufliche sowie soziale Funktionsfähigkeit weitgehend erhalten, es treten zudem keine psychotischen Symptome auf.
Im Rahmen welcher Erkrankung tritt die Hypomanie am häufigsten auf?
Im Rahmen einer bipolaren affektiven Störung, bei der sich hypomanische mit depressiven Phasen abwechseln.
Warum wird die Hypomanie häufig nicht als Krankheitszeichen erkannt?
Weil die Symptome von der betroffenen Person zunächst oft als angenehm sowie leistungssteigernd empfunden werden.
Welches Risiko besteht bei unbehandelter Hypomanie?
Ein Übergehen in eine ausgeprägtere manische Episode oder eine nachfolgende depressive Phase.
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