Vergiftung durch Hydantoin-Derivate (Phenytoin)
Hydantoin-Derivate wie Phenytoin sind Antiepileptika, die Krampfanfälle verhindern und behandeln. Sie haben einen engen Bereich zwischen wirksamer und giftiger Dosis, und der Abbau kann sich schon bei kleinen Dosisänderungen stark verändern. Deshalb sind Überdosierungen häufig Folge von Anpassungen oder Wechselwirkungen.
Ursachen
Ursachen sind zu hohe Dosierung, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Leberschwäche, Wechsel des Präparats, versehentliche Einnahme durch Kinder und zu schnelle intravenöse Gabe.
Symptome
Zuerst treten unwillkürliche Augenbewegungen, Doppelbilder, Schwindel und Sprechstörung auf. Bei höheren Spiegeln folgen Gangunsicherheit, Zittern, Verwirrtheit, Schläfrigkeit und Koma. Bei rascher intravenöser Gabe drohen Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen. Paradoxerweise können sehr hohe Spiegel Krampfanfälle auslösen.
Diagnostik
Der Blutspiegel des Wirkstoffs wird bestimmt. Zusätzlich werden EKG, Leberwerte, Blutbild und Blutsalze kontrolliert.
Behandlung
Es gibt kein spezifisches Gegenmittel. Das Medikament wird pausiert, Atmung und Kreislauf werden überwacht und Beschwerden behandelt. Aktivkohle kann bei früher Ankunft mehrfach gegeben werden. Bei Bewusstlosigkeit, Krämpfen oder Rhythmusstörungen ist der Notruf 112 zu wählen.
Verlauf und Prognose
Nach Absinken des Spiegels klingen die Beschwerden meist nach einigen Tagen ab. Bleibende Kleinhirnschäden sind bei sehr hohen Spiegeln möglich. Vorbeugend sind regelmäßige Spiegelkontrollen und die Beachtung von Wechselwirkungen wichtig.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Vergiftungen: Erste Hilfe und Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum sind Spiegelkontrollen wichtig?
Der Bereich zwischen wirksam und giftig ist eng.
Woran erkenne ich eine Überdosis?
An Augenzittern, Doppelbildern, Schwindel und Gangunsicherheit.
Gibt es ein Gegenmittel?
Nein, die Behandlung ist unterstützend.
Darf ich die Dosis selbst ändern?
Nein, jede Änderung muss ärztlich abgestimmt werden.
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