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Kinder & Jugendliche

Geburtsverletzung des Peripheren Nervensystems

Geburtsverletzungen des peripheren Nervensystems entstehen durch eine Dehnung oder Schädigung von Nervenbahnen während eines schwierigen Geburtsverlaufs, am häufigsten im Bereich der Schulter-Arm-Nervengeflechte (Plexus brachialis) sowie, seltener, des Gesichtsnervs. Sie führen zu einer vorübergehenden oder, in schwereren Fällen, bleibenden Lähmung des betroffenen Bereichs.

Ursachen

Die häufigste Ursache ist eine übermäßige Dehnung der Nervenbahnen im Schulterbereich während einer Schulterdystokie, bei der die Schulter des Kindes im Geburtskanal hängen bleibt und eine zusätzliche Manipulation zur Entwicklung des Kindes notwendig wird. Eine Schädigung des Gesichtsnervs kann durch Druck einer Geburtszange oder durch den mütterlichen Beckenknochen während der Geburt entstehen.

Symptome

Bei einer Schädigung des Schulter-Arm-Nervengeflechts zeigt sich eine schlaffe Lähmung des betroffenen Arms, der in charakteristischer Innenrotation und Streckung gehalten wird, mit vermindertem oder fehlendem Greifreflex. Eine Gesichtsnervlähmung äußert sich durch eine asymmetrische Mimik, insbesondere beim Schreien, mit einer herabhängenden Mundwinkelseite auf der betroffenen Gesichtshälfte.

Diagnostik

Die Diagnose wird meist bereits durch die körperliche Untersuchung des Neugeborenen mit Beobachtung der Spontanbewegungen und Reflexe gestellt. Bei anhaltender oder ausgeprägter Lähmung kann eine Untersuchung der Nervenleitgeschwindigkeit oder eine Magnetresonanztomografie das Ausmaß der Nervenschädigung genauer bestimmen.

Behandlung

Bei den meisten leichteren Formen wird zunächst abgewartet, da sich die Lähmung häufig innerhalb der ersten Lebenswochen bis Monate von selbst zurückbildet. Physiotherapie unterstützt den Erhalt der Beweglichkeit und beugt Gelenkversteifungen vor. Bei ausbleibender Besserung nach einigen Monaten kann bei einer Schädigung des Schulter-Arm-Nervengeflechts eine operative Nervenrekonstruktion erwogen werden.

Verlauf und Prognose

Die überwiegende Mehrheit der geburtsbedingten Nervenschädigungen bildet sich innerhalb der ersten Lebensmonate vollständig oder nahezu vollständig zurück. Bei einem kleineren Teil der Kinder mit ausgeprägterer Schädigung des Schulter-Arm-Nervengeflechts kann eine bleibende, wenn auch häufig nur leichte Funktionseinschränkung zurückbleiben, die durch eine frühzeitige, konsequente Physiotherapie günstig beeinflusst werden kann.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Wie äußert sich eine Schädigung des Schulter-Arm-Nervengeflechts?

Durch eine schlaffe Lähmung des betroffenen Arms, der in charakteristischer Innenrotation und Streckung gehalten wird, mit vermindertem Greifreflex.

Bildet sich die Lähmung von selbst zurück?

Bei den meisten leichteren Formen ja, häufig innerhalb der ersten Lebenswochen bis Monate.

Wann wird eine Operation erwogen?

Bei ausbleibender Besserung nach einigen Monaten kann bei einer Schädigung des Schulter-Arm-Nervengeflechts eine operative Nervenrekonstruktion erwogen werden.

Woran erkennt man eine Gesichtsnervlähmung beim Neugeborenen?

An einer asymmetrischen Mimik, insbesondere beim Schreien, mit einer herabhängenden Mundwinkelseite auf der betroffenen Gesichtshälfte.

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