Candida glabrata mit Resistenz gegen Echinocandine
Candida glabrata ist ein Hefepilz, der auf Haut und Schleimhäuten vorkommt und bei Gesunden meist harmlos bleibt. Bei Menschen mit schwerer Erkrankung oder geschwächter Abwehr kann er Infektionen der Blutbahn und der Organe auslösen. Er ist häufig weniger empfindlich gegen Azol-Antimykotika wie Fluconazol, weshalb Echinocandine als bevorzugte Behandlung gelten. Stämme mit Resistenz gegen Echinocandine sind deshalb besonders problematisch.
Ursachen
Resistenzen gegen Echinocandine entstehen durch Veränderungen in dem Enzym, das der Wirkstoff blockiert, meist nach vorheriger Behandlung mit diesen Medikamenten. Risikofaktoren für Infektionen sind Aufenthalte auf Intensivstationen, zentrale Venenkatheter, Operationen im Bauchraum, Diabetes, Krebserkrankungen, Nierenversagen, lange Antibiotika- oder Antimykotikabehandlung und höheres Lebensalter.
Symptome
Eine Infektion der Blutbahn zeigt sich durch Fieber und Schüttelfrost, die auf Antibiotika nicht ansprechen, und durch Kreislaufprobleme bei Schwerkranken. Weitere Manifestationen sind Harnwegsinfekte, Bauchfellentzündung und Wundinfektionen. Die Beschwerden sind unspezifisch, daher fällt die Erkrankung oft erst spät auf.
Diagnostik
Der Pilz wird in Blutkulturen oder anderen Proben angezüchtet. Ein Resistenztest zeigt, welche Antimykotika noch wirken. Bei Blutbahninfektionen wird nach Streuherden gesucht, zum Beispiel an Herzklappen und Augen, und Katheter werden untersucht.
Behandlung
Bei Resistenz gegen Echinocandine kommen andere Wirkstoffe zum Einsatz, insbesondere liposomales Amphotericin B, in ausgewählten Situationen hochdosierte Azole oder Kombinationen, geführt vom Resistenztest. Infizierte Katheter werden entfernt, Abszesse behandelt. Die Therapie dauert meist mehrere Wochen und wird von Infektiologinnen und Infektiologen begleitet.
Verlauf und Prognose
Blutbahninfektionen mit resistenten Hefepilzen sind ernst, die Prognose hängt vom Allgemeinzustand, dem Behandlungsbeginn und der Wirksamkeit der Medikamente ab. Vorbeugend helfen ein zurückhaltender Einsatz von Antibiotika und Antimykotika, Hygiene beim Umgang mit Kathetern und rasche Entfernung nicht mehr benötigter Katheter.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Pilzinfektionen: Ursachen, Diagnostik, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wer erkrankt an Candida glabrata?
Vor allem schwer kranke Menschen mit Katheter, geschwächter Abwehr oder nach größeren Operationen.
Warum sind Echinocandine wichtig?
Weil der Pilz oft weniger empfindlich gegen Azole ist und Echinocandine daher als bevorzugte Behandlung gelten.
Was tun bei Resistenz?
Es werden andere Wirkstoffe wie liposomales Amphotericin B eingesetzt, ausgewählt nach dem Resistenztest.
Wie lässt sich vorbeugen?
Durch überlegten Einsatz von Antibiotika und Antimykotika und sorgfältigen Umgang mit Kathetern.
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