Azetonurie (Ketonurie)
Die Azetonurie, auch als Ketonurie bezeichnet, beschreibt den Nachweis von Ketonkörpern im Urin, die als Abbauprodukte entstehen, wenn der Körper vermehrt Fett anstelle von Kohlenhydraten zur Energiegewinnung heranzieht. Dieser Stoffwechselzustand tritt normalerweise bei längerem Fasten oder einer sehr kohlenhydratarmen Ernährung auf, stellt jedoch bei Menschen mit Diabetes mellitus ein wichtiges Warnzeichen für eine gefährliche Stoffwechselentgleisung dar, wenn dem Körper aufgrund eines Insulinmangels trotz ausreichender Nahrungszufuhr Kohlenhydrate für die Energiegewinnung nicht zur Verfügung stehen.
Ursachen
Die Azetonurie entsteht durch einen gesteigerten Abbau von Fettgewebe zur Energiegewinnung, der bei einem Mangel an verfügbaren Kohlenhydraten einsetzt. Bei gesunden Menschen tritt dies typischerweise bei längerem Fasten, einer strengen, kohlenhydratarmen Diät oder nach ausgeprägter körperlicher Anstrengung auf. Bei Menschen mit Diabetes mellitus, insbesondere Typ 1, entsteht eine ausgeprägte Azetonurie durch einen erheblichen Insulinmangel, bei dem die Körperzellen trotz eines erhöhten Blutzuckerspiegels keinen Zucker aufnehmen können sowie ersatzweise verstärkt Fett abbauen.
Symptome
Eine leichte Azetonurie bei gesunden Menschen, etwa im Rahmen einer strengen Diät, verursacht in aller Regel keine eigenständigen Beschwerden, wobei ein charakteristischer, leicht süßlicher Geruch des Atems auffallen kann. Bei Menschen mit Diabetes mellitus geht eine ausgeprägte Azetonurie häufig mit erheblichem Durst, vermehrtem Wasserlassen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen sowie einer vertieften, beschleunigten Atmung einher, was auf die ernstzunehmende Stoffwechselentgleisung der diabetischen Ketoazidose hinweist.
Diagnostik
Die Diagnose der Azetonurie wird durch eine einfache Urinuntersuchung mittels Teststreifen gestellt, die den Nachweis von Ketonkörpern rasch sowie zuverlässig ermöglicht. Bei Menschen mit Diabetes mellitus wird zusätzlich der Blutzuckerspiegel sowie bei Verdacht auf eine Ketoazidose eine Blutgasanalyse zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts bestimmt, um das Ausmaß der Stoffwechselentgleisung einzuschätzen.
Behandlung
Die Behandlung einer leichten Azetonurie bei gesunden Menschen besteht in erster Linie in einer ausreichenden Zufuhr von Kohlenhydraten sowie Flüssigkeit. Bei Menschen mit Diabetes mellitus sowie ausgeprägter Azetonurie ist eine umgehende, gezielte Gabe von Insulin sowie eine sorgfältige Flüssigkeits- sowie Elektrolytsubstitution notwendig, wobei eine ausgeprägte diabetische Ketoazidose eine dringliche, stationäre, intensivmedizinische Behandlung erfordert.
Verlauf und Prognose
Die Prognose einer leichten Azetonurie bei gesunden Menschen ist sehr gut, da sie sich durch eine ausreichende Zufuhr von Kohlenhydraten rasch normalisiert. Die Prognose einer diabetischen Ketoazidose hängt entscheidend von der Geschwindigkeit der eingeleiteten Behandlung ab, wobei eine rechtzeitige, intensivmedizinische Behandlung bei den meisten Betroffenen zu einer vollständigen Erholung führt, während eine verzögerte Behandlung schwerwiegende, potenziell lebensbedrohliche Komplikationen zur Folge haben kann.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Azetonurie (Ketonurie): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was zeigt die Azetonurie an?
Einen gesteigerten Fettabbau bei unzureichender Kohlenhydratversorgung des Körpers.
Wann ist die Azetonurie besonders bedeutsam?
Bei Menschen mit Diabetes mellitus als Warnzeichen einer Ketoazidose.
Was kann bei gesunden Menschen eine Azetonurie auslösen?
Längeres Fasten oder eine strenge, kohlenhydratarme Diät.
Wie wird eine ausgeprägte diabetische Ketoazidose behandelt?
Mit einer dringlichen, stationären Gabe von Insulin sowie Flüssigkeitssubstitution.
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