Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Innere Medizin

Augenkrankheit durch Herpesviren

Die Augenkrankheit durch Herpesviren umfasst verschiedene Formen einer Infektion des Auges mit Herpes-simplex-Viren, die von einer vergleichsweise harmlosen Bindehautentzündung bis zu einer ernsthaften, potenziell sehkraftgefährdenden Beteiligung der Hornhaut reichen können. Sie zählt in vielen Industrieländern zu den häufigeren infektiösen Ursachen einer Hornhauttrübung und stellt damit eine bedeutsame vermeidbare Ursache für eine dauerhafte Sehbeeinträchtigung dar. Die Infektion kann sowohl im Rahmen einer Erstinfektion mit dem Herpesvirus als auch, deutlich häufiger, als Reaktivierung einer bereits im Körper ruhenden Infektion auftreten, wobei das Virus über die Nervenbahnen, die das Auge versorgen, bis zur Augenoberfläche gelangt. Da eine unbehandelte oder wiederholt auftretende Hornhautbeteiligung zu bleibenden Vernarbungen führen kann, ist eine rasche augenärztliche Diagnose und Behandlung von großer Bedeutung.

Ursachen

Die Augenkrankheit durch Herpesviren entsteht meist durch eine Reaktivierung des Herpes-simplex-Virus, das nach einer früheren Erstinfektion, häufig im Kindesalter, lebenslang in ruhendem Zustand in einem Nervenknoten in der Nähe des Auges verbleibt und bei bestimmten auslösenden Faktoren erneut aktiv werden kann. Zu diesen begünstigenden Faktoren zählen eine intensive Sonnenlichtexposition, fieberhafte Infekte, Stress, eine Schwächung des Immunsystems sowie hormonelle Schwankungen. Seltener entsteht eine Herpesinfektion des Auges als Erstinfektion, etwa durch eine direkte Übertragung des Virus über die Hände nach Kontakt mit einer aktiven Herpesinfektion an anderer Stelle. Bei Neugeborenen kann eine Übertragung des Virus während der Geburt von einer Mutter mit aktiver Genitalherpesinfektion zu einer besonders schweren Form der Augenbeteiligung führen.

Symptome

Die Symptome einer Herpesinfektion des Auges reichen je nach betroffener Struktur von einer Rötung und Reizung der Bindehaut mit vermehrtem Tränenfluss und einem Fremdkörpergefühl bei alleiniger Bindehautbeteiligung bis zu deutlich ausgeprägteren Beschwerden bei Hornhautbeteiligung. Bei einer Beteiligung der Hornhaut kommt es typischerweise zu einem stärkeren Schmerz, einer ausgeprägten Lichtempfindlichkeit sowie zu einer zunehmenden Sehverschlechterung des betroffenen Auges. Charakteristisch für die Hornhautbeteiligung ist die Bildung eines verästelten, sogenannten dendritischen Geschwürs auf der Hornhautoberfläche, das bei der augenärztlichen Untersuchung mit speziellen Färbemitteln sichtbar gemacht werden kann. Meist ist nur ein Auge betroffen, wobei sich die Erkrankung bei wiederholten Reaktivierungen erneut am gleichen Auge zeigen kann.

Diagnostik

Die Diagnose der Augenkrankheit durch Herpesviren wird durch eine augenärztliche Untersuchung mit der Spaltlampe gestellt, bei der insbesondere nach dem Anfärben der Hornhautoberfläche mit einem speziellen Farbstoff das charakteristische, verästelte dendritische Geschwür sichtbar wird, das als typisch für eine Herpesinfektion der Hornhaut gilt. Bei unklarem Befund kann ein Abstrich der Hornhautoberfläche zur molekularbiologischen Bestätigung der Diagnose entnommen werden. Eine sorgfältige Untersuchung des Augeninnendrucks sowie der tieferen Augenstrukturen ist wichtig, um mögliche Komplikationen einer ausgeprägten Entzündung frühzeitig zu erkennen. Die genaue Unterscheidung zwischen einer oberflächlichen Bindehaut- und einer tieferen Hornhautbeteiligung ist für die Wahl der geeigneten Behandlung von entscheidender Bedeutung.

Behandlung

Die Behandlung der Augenkrankheit durch Herpesviren erfolgt mit speziellen antiviralen Augentropfen oder -gelen, die mehrmals täglich über einen Zeitraum von etwa ein bis zwei Wochen angewendet werden, um die Vermehrung des Virus auf der Augenoberfläche zu unterbinden. Bei tieferer Beteiligung der Hornhaut oder bei häufig wiederkehrenden Episoden kann ergänzend eine systemische, orale antivirale Behandlung eingesetzt werden, die auch vorbeugend über einen längeren Zeitraum zur Verhinderung erneuter Episoden gegeben werden kann. Kortisonhaltige Augentropfen sind bei einer akuten, oberflächlichen Herpesinfektion der Hornhaut streng kontraindiziert, da sie die Virusvermehrung fördern und den Verlauf erheblich verschlechtern können, weshalb ihre Anwendung ausschließlich unter fachaugenärztlicher Kontrolle in besonderen Situationen erfolgen darf.

Verlauf und Prognose

Eine oberflächliche Herpesinfektion der Hornhaut heilt bei rechtzeitiger antiviraler Behandlung meist innerhalb weniger Wochen ohne bleibende Beeinträchtigung der Sehkraft ab. Bei wiederholten Reaktivierungen mit tieferer Beteiligung der Hornhaut besteht jedoch das Risiko einer zunehmenden, bleibenden Vernarbung, die zu einer dauerhaften Sehbeeinträchtigung führen kann und in ausgeprägten Fällen eine Hornhauttransplantation erforderlich machen kann. Da das Virus nach der Infektion lebenslang im Körper verbleibt, besteht grundsätzlich ein Risiko für erneute Episoden, insbesondere bei erneuter Exposition gegenüber begünstigenden Faktoren wie starker Sonnenlichtexposition oder Stress. Eine konsequente, teils vorbeugende antivirale Behandlung bei wiederholten Episoden reduziert das Risiko bleibender Hornhautschäden deutlich.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Woran erkennt man eine Herpesinfektion der Hornhaut?

An einem charakteristischen, verästelten dendritischen Geschwür auf der Hornhautoberfläche, das mit speziellen Färbemitteln bei der augenärztlichen Untersuchung sichtbar wird.

Warum sind kortisonhaltige Augentropfen bei dieser Erkrankung gefährlich?

Weil sie die Vermehrung des Virus auf der Augenoberfläche fördern und den Verlauf einer akuten Hornhautinfektion erheblich verschlechtern können.

Kann eine Herpesinfektion des Auges die Sehkraft dauerhaft beeinträchtigen?

Bei wiederholten Episoden mit tieferer Hornhautbeteiligung besteht das Risiko einer bleibenden Vernarbung, die die Sehkraft dauerhaft beeinträchtigen kann.

Was sind häufige Auslöser für eine Reaktivierung am Auge?

Intensive Sonnenlichtexposition, fieberhafte Infekte, Stress, eine Schwächung des Immunsystems sowie hormonelle Schwankungen.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen