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Nervensystem & Gehirn

Apraxie

Die Apraxie bezeichnet eine Störung der Fähigkeit, erlernte, zielgerichtete Bewegungen sowie Bewegungsabfolgen korrekt zu planen sowie auszuführen, obwohl die grundlegende Muskelkraft, Beweglichkeit sowie das Verständnis der Aufgabe erhalten sind. Diese Erkrankung entsteht durch eine Schädigung bestimmter, für die Bewegungsplanung zuständiger Hirnareale, meist in der dominanten Hirnhälfte, sowie kann sich in unterschiedlichen Formen äußern, die von Schwierigkeiten beim Nachahmen einfacher Handbewegungen bis zu einer erheblichen Beeinträchtigung komplexer Alltagshandlungen reichen.

Ursachen

Die Apraxie entsteht durch eine Schädigung bestimmter, für die Bewegungsplanung sowie -steuerung zuständiger Hirnareale, meist in der linken, sprachdominanten Hirnhälfte, wobei ein Schlaganfall die häufigste zugrunde liegende Ursache darstellt. Weitere mögliche Ursachen umfassen ein Schädel-Hirn-Trauma, eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, insbesondere eine kortikobasale Degeneration oder eine Demenz, sowie einen Hirntumor.

Symptome

Die Apraxie äußert sich durch Schwierigkeiten beim Ausführen erlernter, zielgerichteter Bewegungen, insbesondere beim Nachahmen einfacher Handbewegungen, beim korrekten Gebrauch von Alltagsgegenständen sowie beim Ausführen komplexer Handlungsabfolgen, etwa dem An- sowie Auskleiden. Die Betroffenen verfügen dabei über eine erhaltene Muskelkraft sowie ein grundsätzliches Verständnis der gewünschten Handlung, können diese jedoch nicht korrekt in eine flüssige Bewegung umsetzen, was zu erheblicher Frustration sowie Beeinträchtigung der Selbstständigkeit im Alltag führen kann.

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Diagnostik

Die Diagnose der Apraxie wird durch eine ausführliche neuropsychologische Untersuchung gestellt, bei der die Betroffenen gebeten werden, bestimmte Bewegungen nachzuahmen, auf Aufforderung auszuführen oder den Gebrauch von Alltagsgegenständen zu demonstrieren. Eine bildgebende Untersuchung des Gehirns dient der Identifikation sowie genauen Lokalisation der zugrunde liegenden Hirnschädigung sowie der Abgrenzung zu anderen möglichen Ursachen der Bewegungsstörung.

Behandlung

Die Behandlung der Apraxie besteht überwiegend in einer gezielten ergotherapeutischen sowie physiotherapeutischen Rehabilitation, bei der die Betroffenen alternative Strategien zur Bewältigung alltäglicher Bewegungsabläufe erlernen. Eine Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, insbesondere nach einem Schlaganfall, wird nach den allgemeinen Grundsätzen der jeweiligen Grunderkrankung durchgeführt.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Apraxie hängt entscheidend von der zugrunde liegenden Ursache sowie dem Ausmaß der Hirnschädigung ab. Nach einem Schlaganfall kann sich eine Apraxie im Laufe der ersten Monate, insbesondere bei einer begleitenden, gezielten Rehabilitation, teilweise oder vollständig zurückbilden, während eine im Rahmen einer fortschreitenden neurodegenerativen Erkrankung auftretende Apraxie dem weiteren Verlauf dieser Grunderkrankung folgt sowie sich meist langsam verschlechtert.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist eine Apraxie?

Eine Störung der Fähigkeit, erlernte, zielgerichtete Bewegungen auszuführen, trotz erhaltener Muskelkraft.

Was ist die häufigste Ursache?

Ein Schlaganfall.

Welche Hirnhälfte ist meist betroffen?

Meist die linke, sprachdominante Hirnhälfte.

Wie wird eine Apraxie behandelt?

Überwiegend durch gezielte ergotherapeutische sowie physiotherapeutische Rehabilitation.

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