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Innere Medizin

Akute myeloische Leukämie

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine aggressive Krebserkrankung, bei der sich unreife Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen (myeloische Blasten) im Knochenmark unkontrolliert vermehren und die normale Blutbildung verdrängen. Sie ist die häufigste Form der akuten Leukämie im Erwachsenenalter, das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Ohne Behandlung verläuft die AML innerhalb weniger Wochen bis Monate tödlich, weshalb rasches Handeln entscheidend ist.

Ursachen

Die meisten Fälle entstehen ohne erkennbaren Auslöser durch zufällig erworbene Genveränderungen der blutbildenden Stammzellen. Bekannte Risikofaktoren sind eine vorausgegangene Chemotherapie oder Strahlentherapie, ein vorbestehendes myelodysplastisches Syndrom, bestimmte genetische Erkrankungen sowie eine langjährige Exposition gegenüber Benzol. Rauchen erhöht das Risiko ebenfalls nachweislich.

Symptome

Die Erkrankung entwickelt sich meist innerhalb weniger Wochen. Im Vordergrund stehen Folgen der verdrängten normalen Blutbildung: ausgeprägte Müdigkeit und Blässe, Fieber und schwere Infektionen durch fehlende funktionstüchtige weiße Blutkörperchen sowie Blutungsneigung mit Blutergüssen und Zahnfleischbluten durch Mangel an Blutplättchen. Manche Untergruppen der AML gehen zusätzlich mit einer gefährlichen Blutgerinnungsstörung einher, die eine sofortige spezifische Behandlung erfordert.

Diagnostik

Das Blutbild zeigt häufig, aber nicht immer, eine erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen mit auffälligen unreifen Zellen. Die Diagnose wird durch eine Knochenmarkuntersuchung gesichert, die zusätzlich zur Einordnung in molekulargenetische Untergruppen dient — diese Einteilung ist für die Wahl der Therapie und die Einschätzung der Prognose von zentraler Bedeutung und wird heute routinemäßig bei jeder Neudiagnose durchgeführt.

Behandlung

Die Standardbehandlung ist eine intensive Chemotherapie in mehreren Zyklen, ergänzt bei bestimmten genetischen Untergruppen durch gezielte Medikamente. Bei jüngeren, körperlich geeigneten Patienten mit ungünstigen genetischen Merkmalen wird häufig eine allogene Stammzelltransplantation angestrebt, die die besten Heilungschancen bietet. Für ältere oder weniger belastbare Patienten stehen inzwischen schonendere Therapieschemata zur Verfügung, die dennoch wirksam sein können.

Verlauf und Prognose

Die Prognose hängt stark von Alter, allgemeinem Gesundheitszustand und den genetischen Merkmalen der Leukämiezellen ab. Bei jüngeren Patienten mit günstigen genetischen Veränderungen werden Heilungsraten von deutlich über 50 Prozent erreicht, bei älteren Patienten oder ungünstigen genetischen Merkmalen liegt die Prognose niedriger. Wegen der schnellen Entwicklung der Erkrankung beginnt die Behandlung in der Regel innerhalb weniger Tage nach Diagnosestellung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum muss die Behandlung so schnell beginnen?

Weil sich die AML ohne Behandlung innerhalb weniger Wochen deutlich verschlechtert und schwere, teils lebensbedrohliche Komplikationen wie Blutungen oder Infektionen verursachen kann.

Ist jede AML gleich aggressiv?

Nein, es gibt viele genetisch definierte Untergruppen mit sehr unterschiedlicher Prognose und teils unterschiedlicher Behandlung.

Wann ist eine Stammzelltransplantation nötig?

Vor allem bei jüngeren Patienten mit ungünstigen genetischen Merkmalen oder bei einem Rückfall, da sie die besten Heilungschancen in diesen Situationen bietet.

Kann Rauchen das Risiko wirklich erhöhen?

Ja, Rauchen zählt zu den nachgewiesenen, vermeidbaren Risikofaktoren für die Entstehung einer AML.

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